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  hilpers > comp.* > comp.text.dtp > 03/2005

 #1  
26.02.2005, 15:29
eric kubitz
Hallo,

ich hatte jetzt jahrelang nix mi Quark zu tun - muss jetzt aber bei der
Anschaffung eines DTP-Programmes mitwirken. Könnt ihr mich auf den Pfad
heben, da sich (auch aus Kostengründen) nun folgende Entscheidungen ergeben:

1. Sind die Versionen von Quark Mac und Quark PC nun endlich identisch.
Also: kann ich einen Grafiker, der auf dem Mac gelernt hat, nun auch an
einen PC setzen? (Bitte: Ich möchte keine Mac- vs. PC-Diskussion führen
sondern überlege, ob wir einen vorhandenen PC nutzen können...)

2. Wie weit sind Quark und InDesign nun wirklich entfernt? Ich möchte mal
nicht die Werbebotschaften lesen - sondern das von Praktikern hören...

Vielen Dank für eure Hilfe

grüße
eric kubitz
 #2  
26.02.2005, 19:49
Torben Anschau
Hallo,

eric kubitz schrieb:
> Hallo,
>
> ich hatte jetzt jahrelang nix mi Quark zu tun - muss jetzt aber bei der
> Anschaffung eines DTP-Programmes mitwirken. Könnt ihr mich auf den Pfad
> heben, da sich (auch aus Kostengründen) nun folgende Entscheidungen ergeben:
>
> 1. Sind die Versionen von Quark Mac und Quark PC nun endlich identisch.


Sie sind technisch nahezu identisch, es gibt einige
plattformspezifische, auch im Dokumentformat. Das vielleicht am meisten
hinderliche bei der Übernahme von Dokumenten der anderen Plattform ist
die Auszeichnung von Schriften. Quark nutzt hier generell veraltete
Methoden, die heutigen DTP-Ansprüchen eigentlich nicht mehr gerecht
werden, so bspw. bei Outlines, Schatten, Kapitälchen etc. Ganz schlimm
auf Mac-Quark sind die Fett- und Kursivknöpfe. Sie bewirken nach
Steinzeitmanier eine elektronische Änderung des Schriftschnittes, was
meist furchtbar aussieht und bei Belichtungen Ärger macht. Es gibt hier
nicht die Möglichkeit wie in vernünftigen Programmen, dass dabei
automatisch echte Auszeichnungsschnitte (eigene Schriften) benutzt
werden. Auf Windows-Quark ist das besser gelöst, hier werden die echten
Schnitte benutzt, so diese vorhanden sind.
Das Problem kommt nun, wenn Dateien ausgetauscht werden, wo diese Knöpfe
benutzt worden sind; Windows-Dokumente, bei denen eigentlich mit
Schnitten gearbeitet wurden, sind auf dem Mac nun auch elektronisch
verändert; Bei Macdokumenten auf Windows wird die elektronische
Auszeichnung meines Wissens nicht in echte verwandelt. Das kann zu
erheblichen Umbruchänderungen führen, außerdem gibt es Probleme bei
Schrifteinbettungen, PDF-Erzeugung und Belichtungen. Zu kontrollieren
ist das global über den Verwendungsdialog, was aber leicht vergessen
wird, gewarnt wird nicht.
Zumindest früher gab es noch den Unterschied, dass auf dem PC die
Abbonentverwaltung, also die Erreichbarkeit der Erzeugerprogrammen von
verknüpften Bildern nicht vorhanden war. Seit der Anpassung von Quark an
Mac OS X ist dies dort zunächst auch verschwunden gewesen und wurde als
Xtension nachgeliefert. Ich weiß nicht, ob diese auch auf PCs läuft.
Bei der täglichen Arbeit ist der blödeste Unterschied sicher die
Shortcutbelegung. Die ist zwischen den beiden Versionen komplett anders
gestaltet und nicht änderbar. Ich weiß nicht, ob durch Quark 6.5 (7 ist
auch schon angekündigt) entscheidendes bei diesen Sachen verändert
worden ist.



> Also: kann ich einen Grafiker, der auf dem Mac gelernt hat, nun auch an
> einen PC setzen?


Wenn Du mich nimmst ja. Bei anderen kann es Probleme geben ;-).
Ich suche derzeit nach Beschäftigung, Du kannst Dich gerne bei mir
melden. Ich pflege an beiden Systemen zu arbeiten und komme
grundsätzlich mit beidem zurecht. Bei "klassischen" Setzern existieren
nach meiner Beobachtung oft Berührungsängstte mit fremden Plattformen,
die nicht selten mit mangelndem Anpassungswillen verbunden ist.
Grundsätzlich sollte man das einkalkulieren. Ob allerdings PC- oder
Macplattform verwendet wird, oder ob gar gemischt werden soll, hängt
aber noch von vielen anderen Faktoren ab, die man im Einzelfall
entscheiden sollte. Auch die Kostenbetrachtung kann dann zu
unterschiedlichen Ergebnissen führen. Auch wenn Du ausführlichere
Beratung benötigst, kannst Du Dich gerne an mich wenden.


(Bitte: Ich möchte keine Mac- vs. PC-Diskussion führen
> sondern überlege, ob wir einen vorhandenen PC nutzen können...)


Kommt auf den PC und eure Anforderungen an. Grundsätzlich ja.

>
> 2. Wie weit sind Quark und InDesign nun wirklich entfernt?


Es gibt eine relativ große Schnittmenge und dann sehr sehr viele
Vorteile bei Indesign und einige wenige bei Quark, die aber in
besonderen Fällen bedeutend sein können.

Ich möchte mal
> nicht die Werbebotschaften lesen - sondern das von Praktikern hören...


Indesign - Quarkvergleiche gibt es sehr viele, nur ganz selten gewinnt
Quark (hab allerdings noch nie davon gelesen).
Du solltest schon genauer erzählen, was Ihr vorhabt.

Torben
 #3  
27.02.2005, 10:55
eric kubitz
Hallo Torben,

Vielen dank für diese wirklich ausführliche Schilderung! Hilft mir weiter.
Ich denke, man muss sich also genau immer dann Sorgen machen, wenn Dokumente
zwischen Plattformen ausgetauscht werden sollen. Mit anderen Worten: Es ist
auch nicht unerheblich zu wissen, was die Druckerei im Programm hat. Die
möchten zwar eh nur PDFs - aber ich hätte auch nix dagegen, wenn die auch
auf die Quarkdateien zugreifen können.

Worum es uns geht? Wir werden im bayerischn Oberland ein Magazin (~ 32 bzw.
48 Seiten) produzieren. In Farbe, mit Bildern u.s.w.. Nun versuchen wir die
komplexe Entscheidungen, auf welchem System arbeiten wir mit der Frage zu
verknüpfen, WER macht das denn? Das hängt natürich beides zusammen...
Deshalb meine Fragen.

Meine E-Mail-Adresse ist übrigens eric. Ich freue mich natürlich
auch über direkte Zuschriften, wenn es um mögliche Unterstützung geht ;-)

grüße
eric
 #4  
27.02.2005, 12:10
Dieter Stockert
Torben Anschau <anschau> wrote:

> Ganz schlimm auf Mac-Quark sind die Fett- und Kursivknöpfe. Sie bewirken
> nach Steinzeitmanier eine elektronische Änderung des Schriftschnittes, was
> meist furchtbar aussieht und bei Belichtungen Ärger macht. [...]
> Bei Macdokumenten auf Windows wird die elektronische Auszeichnung meines
> Wissens nicht in echte verwandelt.


Das ist doch nur ein Scherz, oder?
 #5  
27.02.2005, 13:14
Torben Anschau
Hallo Dieter,

Dieter Stockert schrieb:
> Torben Anschau <anschau> wrote:
>>>Ganz schlimm auf Mac-Quark sind die Fett- und Kursivknöpfe. Sie bewirken

>>nach Steinzeitmanier eine elektronische Änderung des Schriftschnittes, was
>>meist furchtbar aussieht und bei Belichtungen Ärger macht. [...]
>>Bei Macdokumenten auf Windows wird die elektronische Auszeichnung meines
>>Wissens nicht in echte verwandelt.
>> Das ist doch nur ein Scherz, oder?


Nein. Normalerweise werden diese Knöpfe ja auch nicht eingesetzt. Aber
bei angelieferten Dokumenten gibt's immer wieder mal Leute die das nicht
wissen. Ganz doof auch deshalb, weil das auf Windows ja ordentliche
Ergebnisse liefert, auf Mac nicht.
Ich kenne da z.B. so ein Phänomen bei einem Anzeigenumbruchsystem namens
JJK, das auf Quark basiert, aber in Hinsicht auf Windows programmiert
wurde (es läuft auf beiden Plattformen). Anzeigenvertreter können in
ihrer Maske schon den gewünschten Text eingeben, der in einer Anzeige
erscheinen soll. Dies läuft üblicher Weise auf Windows. Werden die
Anzeigen über JJK Produktion aufgerufen, öffnet sich Quark mit der
Anzeige im vorgesehenen Format und der eingegebene Text ist schon gleich
drin. War beim Anzeigenvertreter noch alles richtig (bis auf dass der
Text in Arial gesetzt wurde ...), sind allerdings nun die Texte in Quark
elektronisch ausgezeichnet. Da die Schriftdarstellung in Quark unter
Classic OS sowieso noch immer etwas pixelig aussieht, ist der
Unterschied bei einer Times noch nicht mal besonders auffällig und kann
vom unaufmerksamen Setzer leicht übersehen werden.

Torben
 #6  
01.03.2005, 15:22
Torben Anschau
Hallo eric noch mal,

eric kubitz schrieb:

> Meine E-Mail-Adresse ist übrigens eric. Ich freue mich natürlich
> auch über direkte Zuschriften, wenn es um mögliche Unterstützung geht ;-)


Kurze Nachfrage: Ich hatte Dir eine PM geschickt. Hast Du sie erhalten?

Torben
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