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  hilpers > soc.* > soc.umwelt > 03/2007

 #16  
19.03.2007, 13:18
AndyHerder
On 19 Mrz., 13:48, Christoph Maercker <cmaerc> wrote:

> Für die letzen 45 Jahre kann ich mich jedenaalls dafür verbürgen, dass
> es in Mitteleuropa keinen derart warmen Winter gab wie 2006/2007.


Zusammen mit dem letzten Winter ist im Schnitt alles nur
durchschnittlich.
Klima ist halt kein Wert alleine sondern der Durchschnitt von 30
Jahren.
Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass dich irrst.
 #17  
19.03.2007, 14:58
gerhaush
Joern,

danke duer den link, und es scheint zu stimmen:

http://groups.google.com/group/globa...0beaec04452ad4

Ein Grund soll sein, dass es in Europe viel zu viele Stationen gibt
und die nicht mehr gebraucht werden.

Heiko
 #18  
19.03.2007, 17:20
Christoph Maercker
AndyHerder wrote:
> Klima ist halt kein Wert alleine sondern der Durchschnitt von 30
> Jahren.


Natürlich macht ein einzelner Winter dieser Art noch keine
Klimaveränderung. Aber die meisten Winter der 1960er Jahre waren in de
deutlich härter als heute. Außerdem häufen sich seit ca. Mitte 1980er
Jahre immer deutlicher milde Winter. Vorher war so was echt auffällig im
Vergleich zu den übrigen.

> Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass dich irrst.


Mag ja sein, dass sich das Wetter in anderen Weltgegenden nicht so
eindeutig entwickelt hat, aber ich weiß nur allzu gut, warum ich den
20.02.1990 im Kalender rot markiert habe: wegen der 20°C! Nie zuvor
erlebt so was. So einen "Winter" wie den jetzigen auch nicht.
 #19  
19.03.2007, 21:27
Thomas Neumann
Grüß Dich Christoph,

und ich schimpfe wieder über das Wetter.
Jedes Jahr das Gleiche. Wenn ich aus dem Süden zur CeBIT fahre -
Schnee und glatte Straßen.
Die Woche vor der CeBIT gibt es immer frühlingshafte Temperaturen und dann
wieder ein paar Tage Schnee und Graupel.
Ich glaube das ändert sich nie.

Tschüss Thomas N.
 #20  
19.03.2007, 22:03
AndyHerder
On 19 Mrz., 18:20, Christoph Maercker <cmaerc> wrote:
> AndyHerder wrote:
>
> Natürlich macht ein einzelner Winter dieser Art noch keine
> Klimaveränderung. Aber die meisten Winter der 1960er Jahre waren in de
> deutlich härter als heute. Außerdem häufen sich seit ca. Mitte 1980er
> Jahre immer deutlicher milde Winter. Vorher war so was echt auffällig im
> Vergleich zu den übrigen.
>> Mag ja sein, dass sich das Wetter in anderen Weltgegenden nicht so

> eindeutig entwickelt hat, aber ich weiß nur allzu gut, warum ich den
> 20.02.1990 im Kalender rot markiert habe: wegen der 20°C! Nie zuvor
> erlebt so was. So einen "Winter" wie den jetzigen auch nicht.


Es war für den Rheingraben ein typisches Winter. Vielleicht weniger
für Bayern.
Allerdings die 300 km weiter reichende mildere Luftströmung macht noch
kein Klima.
Nun ja. Der Mensch lebt nur kurz. Wetter und Klima sind halt
langfristige Dinge.
Allerdings verlängert die Menschheit ihr Gedächtniss durch Schrift.

.... 1158 fiel wieder aus dem Rahmen: Im Januar fingen die Bäume an zu
Blühen, im Februar brüteten Waldvögel, was für geradezu frühlingshafte
Temperaturen spricht. (1)

Diese milde Phase dauerte zwei Jahrzehnte an ... Dem Absolutbetrag
nach handelte es sich zwischen 1181-1190 um eine der wärmsten Dekaden
überhaupt.(1)

Der Winter 1249 war äußerst mild und regnerisch, in Köln zählte man
nur zwei Frosttage und um den Jahreswechsel gab es Sturmfluten an der
Küste.(1)

1357 wurde es sogar richtig mild. ... Bis zum 13. Februar gab es
keinen Schnee und kein Eis.(1)

In Mainz gab es 1371 kein Eis und Ende Februar war es angenehm mild.
(1)

1505: Im Südschwarzwald konnten im Januar die Viehherden ausgeführt
werden, einige Frühjahrsblumen blühten bereits.(1)

Winter 1529/30: warm: ... Im Elsass Sommerkleider den ganzen Winter
hindurch, weder Eis noch Schnee bis in höhere Lagen, erste
Kirschenblüten Anfang März. Im tieferen Schweizer Mittelland mag die
Kirschblüte um den 10. bis 15. März, zehn Tage vor dem frühesten
Termin des 20. Jahrhunderts, begonnen haben. Dieser Winter gehört
somit zu den wärmsten der letzten fünfhundert Jahre.(3)

1607: "Dieses Jahr begann mit einer thermischen Anomalie: Der Winter
war extrem warm und sehr trocken - ein Rekordwinter. Zeitgenossen
sprachen sehr drastisch von "keinem Winter" mit wenig Frost und
Schneefalltagen, selbst kleinere Bäche blieben eisfrei. Bereits im
Februar wurde die Aussaat verrichtet, in der gleichen Zeit sollen
schon Veilchen geblüht haben" (1)


Und noch länger reichen die Bohrkerne:
http://www.bgr.bund.de/cln_030/nn_45...lozaen__g.html
 #21  
19.03.2007, 22:26
Thomas Neumann
Hallo Andy,

letztes Jahr hatten wir - wenn man dem Geschrei der Medien glauben darf,
einen Jahrhundertwinter. Dieses Jahr hatte ein Boulevardblatt getitelt "Nie
wieder Schnee in den Alpen?"

Unabhängig von Klimaveränderungen haben wir ein gewaltiges Problem.
Wer ist weitestgehend objektiv in seinen Aussagen. Was oder wem kann man
glauben?
Ich befürchte das wir wieder verstärkt anfangen müssen selbständig zu
denken. Irgendwo bin ich neulich über einen Artikel von Kant gestolpert.
Berlinische Monatsschrift, Ausgabe 12/1784
Titel "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?"
[url down]

Ich für meinen Teil fühle mich angesprochen.
Es ist verdammt einfach Wissen/Meinungen nachzuschlagen.

Tschüss Thomas N.
 #22  
19.03.2007, 22:49
Chris Marx c/o www.paf.li
"AndyHerder" <herder.luxembourg> schrieb im Newsbeitrag
news:1890
On 19 Mrz., 18:20, Christoph Maercker <cmaerc> wrote:

> Und noch länger reichen die Bohrkerne:
>

http://www.bgr.bund.de/cln_030/nn_45...lozaen__g.html

Auf Grünland liegt das Eis in gegenwärtiger Mächtigkeit
seit ~600 Jahren: wieso schwindelt man da ein Alter von
12'000 Jahren in die Tabelle, die allefalls nur bis ins
Duocento zurückführen kann? Wie lang ist dieser
GISP2-Bohrkern? Hat man die grandiose Erfindung
komprimierten Wassers aus der Akkumulation von
12'000 Jahren Niederschlagsmengen patentiert?

Wer glaubt ausser Politikern überhaupt diesen
sci.verdummten Schwachsinn?
 #23  
20.03.2007, 12:20
Christoph Maercker
AndyHerder wrote:
> Es war für den Rheingraben ein typisches Winter. Vielleicht weniger
> für Bayern.


Für "Mittel"deutschland auch nicht.

> Allerdings verlängert die Menschheit ihr Gedächtniss durch Schrift.
>
> .... 1158 fiel wieder aus dem Rahmen: Im Januar fingen die Bäume an zu
> Blühen, im Februar brüteten Waldvögel, was für geradezu frühlingshafte
> Temperaturen spricht. (1)

...
> In Mainz gab es 1371 kein Eis und Ende Februar war es angenehm mild.


Für das Hochmittelalter ist eine kleine Warmzeit bekannt. In der Zeit
danach werde ich allerdings stutzig:

> 1505: Im Südschwarzwald konnten im Januar die Viehherden ausgeführt
> werden, einige Frühjahrsblumen blühten bereits.(1)


> Winter 1529/30: warm: ... Im Elsass Sommerkleider den ganzen Winter
> hindurch, weder Eis noch Schnee bis in höhere Lagen, erste
> Kirschenblüten Anfang März. Im tieferen Schweizer Mittelland mag die

....
> 1607: "Dieses Jahr begann mit einer thermischen Anomalie: Der Winter
> war extrem warm und sehr trocken - ein Rekordwinter. Zeitgenossen
> sprachen sehr drastisch von "keinem Winter" mit wenig Frost und

....

Diese drei Winter halte ich tatsächlich für einzelne "Ausrutscher", im
Gegensatz zu heute, wo ein gewisser Trend erkennbar ist.
Nach meinen Informationen begann eine Kaltzeit im 14., spätestens aber
im 15. Jh. Ungefähr zeitgleich starben die Wikinger in Grönland aus und
mit den Hexenverfolgungen begann die Suche nach den Schuldigen.

> Und noch länger reichen die Bohrkerne:
> [..]


Wann wurden eigentlich die ersten Bohrkerne bzgl. Klimaentwicklung
untersucht und mit welchen Ergebnissen? Mir sind nur welche aus den
letzten ca. zehn Jahren bekannt.

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