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 #1  
06.02.2010, 16:54
Ulrich Nehls
... sagt ein EON-Manager.

"Von wegen Renaissance der Atomkraft", titelt die FAZ heute.

"Doch inzwischen haben die Kaufleute der Konzerne einmal nachgerechnet,
ob sich so ein Kernkraftwerk überhaupt bezahlt macht. Nach Informationen
der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sind die Controller jetzt zu
einem Ergebnis gekommen, das sich in dürren Worten so zusammenfassen
lässt: ökonomisch nicht darstellbar."

http://tinyurl.com/yldjmm7
 #2  
06.02.2010, 17:46
Carla Schneider
Ulrich Nehls wrote:
>
> .. sagt ein EON-Manager.
>
> "Von wegen Renaissance der Atomkraft", titelt die FAZ heute.
>
> "Doch inzwischen haben die Kaufleute der Konzerne einmal nachgerechnet,
> ob sich so ein Kernkraftwerk überhaupt bezahlt macht. Nach Informationen
> der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sind die Controller jetzt zu
> einem Ergebnis gekommen, das sich in dürren Worten so zusammenfassen
> lässt: ökonomisch nicht darstellbar."
>
> [..]



http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE27...~Scontent.html

----------
Die globale Kostenexplosion wird von einer interdisziplinären
Wissenschaftlergruppe der amerikanischen Eliteuniversität MIT
bestätigt. Die Forscher sprechen von einer dramatischen Eskalation
der Kosten sämtlicher großen Industrieprojekte, bei denen
Ingenieurleistungen gefragt sind. Aber besonders schlimm sind
die Kostenentwicklungen bei Atommeilern.

....
Das ist auch das geradezu groteske Ergebnis der Befreiung der Energiemärkte:
Die Privatisierung der Branche und die Liberalisierung des Stromwettbewerbs
verhindern den Bau aufwendiger Kraftwerke, vor allem aber von
Atomkraftwerken. ?Alle Modelle, bei denen ein privater Betreiber das
komplette Risiko des Kernkraftprojektes übernimmt, sind zum Scheitern
verurteilt?, verrät ein hoher Eon-Manager, der flapsig ergänzt: ?Ohne
Staatskohle keine Kernkraft.?


In Europa haben die Kraftwerksplanungen nach den Erfahrungen und
Rückschlägen in Frankreich, Finnland und Bulgarien einen Dämpfer
bekommen mit durchaus brisanten Folgen. Wie jetzt noch die versprochenen CO2-Einsparungen realisiert
werden sollen, wird langsam rätselhaft.
---------

Ich ahne schon worauf das hinauslaeuft : Man baut nichts neues,
laesst die alten Kraftwerke so lange laufen wie es geht,
und wenn sie dann nacheinander abgeschaltet werden wird der Strombedarf
ueber den Strompreis reduziert....
Das ganze gilt ja nicht nur fuer Kernkraft sondern auch fuer andere
Kraftwerke.
 #3  
06.02.2010, 17:58
Ulrich Nehls
Carla Schneider wrote:

> [..]
>

Ja, Frau Schneider, und weil es doch tatsächlich Newsreader gibt, die
nach 72 Zeichen umbrechen habe ich den gleichen Link gekürzt bereits in
meinem posting gebracht. Lies doch mal zwischendurch
http://www.rrr.de/~kathinka/newbie.htm

> Ich ahne schon worauf das hinauslaeuft : Man baut nichts neues,
> laesst die alten Kraftwerke so lange laufen wie es geht,


"Es" geht schon lange nicht mehr. Die sind für 40 Jahre ausgelegt, also
wird es wohl beim Ausstiegsbeschluss von Rot/Grün bleiben.
 #4  
06.02.2010, 19:05
Erhard Sanio
Carla Schneider schrieb:
...
> Ich ahne schon worauf das hinauslaeuft : Man baut nichts neues,
> laesst die alten Kraftwerke so lange laufen wie es geht,
> und wenn sie dann nacheinander abgeschaltet werden wird der Strombedarf
> ueber den Strompreis reduziert....
> Das ganze gilt ja nicht nur fuer Kernkraft sondern auch fuer andere
> Kraftwerke.


Dir ist nicht aufgefallen, dass trotz vierer abgeschalteter AKW die
BRD immer noch viel Strom netto exportiert? Im Übrigen ist 2009 über
2GW Windkraft hinzugekommen, der gesamte Zuwachs im Regenerativbereich
liegt deutlich über dem, was ein grosses AKW liefert. Sollten bis 2020
11GW Offshore-Windparks am Netz sein, entspricht das der Stromlieferung
von gut 5AKW. Onshore sind so 15-20GW drin, was der Stromlieferung von
5-6AKW entspricht. Und im EE-Bereich gibt es nicht nur Wind.

Offenbar kommen die EE mit den Kostenproblemen bei den Rohstoffen (die
WEA etwa so hart treffen wie AKW) ganz gut zurecht. Das liegt daran,
dass es sich um ausgereifte Technologie handelt, die in wenigen Monaten
aufgestellt ist und Strom liefert.

Vor vier Jahren meldete eine Studie, dass beim AKW-Bau die Baukosten im
Schnitt um 60% und die Bauzeiten um 80% überschritten werden, und dass
in 40 Jahren Reaktorbau keine Lernkurve festgestellt werden konnte.
Insofern überrascht das alles nicht wirklich.

regards, es
 #5  
06.02.2010, 19:40
Ingo Heinscher
Carla Schneider schrieb:
[...]
> Ich ahne schon worauf das hinauslaeuft : Man baut nichts neues,
> laesst die alten Kraftwerke so lange laufen wie es geht,
> und wenn sie dann nacheinander abgeschaltet werden wird der Strombedarf
> ueber den Strompreis reduziert....
> Das ganze gilt ja nicht nur fuer Kernkraft sondern auch fuer andere
> Kraftwerke.


Die Lösung wäre einfach: Verstaatlichung von Kraftwerken.
 #6  
06.02.2010, 19:44
Carla Schneider
Erhard Sanio wrote:
>
> Carla Schneider schrieb:
> ..
>
> Dir ist nicht aufgefallen, dass trotz vierer abgeschalteter AKW die
> BRD immer noch viel Strom netto exportiert? Im Übrigen ist 2009 über
> 2GW Windkraft hinzugekommen, der gesamte Zuwachs im Regenerativbereich
> liegt deutlich über dem, was ein grosses AKW liefert. Sollten bis 2020
> 11GW Offshore-Windparks am Netz sein, entspricht das der Stromlieferung
> von gut 5AKW. Onshore sind so 15-20GW drin, was der Stromlieferung von
> 5-6AKW entspricht.


Wohl eher 4 bis 5 - aber eben nur zu bestimmten Zeiten,
den Rest von 75% decken Verbrennungskraftwerke, oder man muesste
Speicherkraftwerke mit entsprechender Kapazitaet haben.

> Und im EE-Bereich gibt es nicht nur Wind.
>
> Offenbar kommen die EE mit den Kostenproblemen bei den Rohstoffen (die
> WEA etwa so hart treffen wie AKW) ganz gut zurecht. Das liegt daran,
> dass es sich um ausgereifte Technologie handelt, die in wenigen Monaten
> aufgestellt ist und Strom liefert.


Nein es liegt daran dass die Windkraftwerke einen Garantiepreis fuer ihren
Strom bekommen. Wenn AKWs auch nur die Haelfte des Garantiepreises
bekaemen den es fuer Windkraftwerke gibt gaebe es kein Problem welche
zu bauen. Gegenueber Windkraftwerken haben sie den Vorteil einer
kontinuierlichen Stromlieferung, waehrend Windkraftwerke eigentlich
nur ein brennstoffsparender Zusatz zu Verbrennungskraftwerken sein koennen.


>
> Vor vier Jahren meldete eine Studie, dass beim AKW-Bau die Baukosten im
> Schnitt um 60% und die Bauzeiten um 80% überschritten werden, und dass
> in 40 Jahren Reaktorbau keine Lernkurve festgestellt werden konnte.
> Insofern überrascht das alles nicht wirklich.
>


Kernkraft ist teurer als Strom aus Kohle, das war schon immer so.
Aber es gibt Gruende sie trotzdem der Kohle vorzuziehen.
 #7  
06.02.2010, 19:50
Ulrich Nehls
Ingo Heinscher schrieb:

> Die Lösung wäre einfach: Verstaatlichung von Kraftwerken.


Der war gut. Die Schattenseiten der Kernkraft sind und waren schon immer
verstaatlicht.
 #8  
06.02.2010, 20:11
Ingo Heinscher
Ulrich Nehls schrieb:
> Ingo Heinscher schrieb:
>
>> Die Lösung wäre einfach: Verstaatlichung von Kraftwerken.

>
> Der war gut. Die Schattenseiten der Kernkraft sind und waren schon immer
> verstaatlicht.


Natürlich, aber nun sieht es ja so aus, als beträfe dies sogar die
bisherigen "Sonnenseiten". Und es ging ja um alle großtechnischen
Anlagen, nicht nur um KKW's.
 #9  
06.02.2010, 21:39
Erhard Sanio
Carla, Du erzählst Müll wie immer. Von den neu in Betrieb gehenden
WEA ist ein zunehmender Teil unabhängig vom EEG. An guten Standorten,
wo keine CDU/FDP-Ideologen durch Abstands- und Höhenvorschriften den
Ertrag versauen, ist es für Windparks günstiger, an der Börse
anzubieten statt das EEG in Anspruch zu nehmen. Der Anteil
solcher Anlagen steigt trotz der schwarzgelben Technikaversion.

Die Auswirkungen der Dargebotsabhängigkeit der Windkraft
wurden schon mehrfach diskutiert, lass bitte die billigen
Stammtischparolen. Sicher braucht man lastfolgefähige
Kraftwerke wie schwellfähige Wasserkraftwerke, Gaskraftwerke
und andere, um Dargebotsschwankungen zu begegnen, und zu
einem gewissen Teil auch Speicher. Je eher die starren
Volllastläufer wie AKW und Braunkohle, die die ca. 10GW
Speicher in der BRD zumüllen, weg sind, desto besser für
die dargebotsabhängigen erneuerbaren Energien.

>> Offenbar kommen die EE mit den Kostenproblemen bei den Rohstoffen (die
>> WEA etwa so hart treffen wie AKW) ganz gut zurecht. Das liegt daran,
>> dass es sich um ausgereifte Technologie handelt, die in wenigen Monaten
>> aufgestellt ist und Strom liefert.

>
> Nein es liegt daran dass die Windkraftwerke einen Garantiepreis fuer ihren
> Strom bekommen. Wenn AKWs auch nur die Haelfte des Garantiepreises
> bekaemen den es fuer Windkraftwerke gibt gaebe es kein Problem welche
> zu bauen.


Das ist schlicht Quatsch. Die Gestehungskosten von Windstrom
(Onshore, aktuelle Anlagen) liegen in der nicht windoptimalen
BRD derzeit um 5,5-6,5Ct/KWh. Die Gestehungskosten von Nuklearstrom
aus neuen AKW wird auf 9-10Ct/KWh geschätzt. Mit der EEG-Vergütung
von 7,5Ct/KWh wären die angeschissen, auch ohne Halbierung. Dazu
kommt, dass ein AKW 5-10Jahre bis zur Inbetriebnahme braucht.
Bis dahin wäre der Windstromgarantieerlös bei 4-5Ct/KWh.


> Gegenueber Windkraftwerken haben sie den Vorteil einer
> kontinuierlichen Stromlieferung, waehrend Windkraftwerke eigentlich
> nur ein brennstoffsparender Zusatz zu Verbrennungskraftwerken sein koennen.


So kontinuierlich, dass beim Ausfall S-Bahnen stehen und Ampeln
ausgehen wie bei Krümmel und Brunsbüttel. Einen vergleichbaren
Blackout von WEA gibt und gab es nicht. AKW sind starre Volllastläufer,
so sie nicht ausfallen oder wegen zu warmen Wetters abgestellt
werden müssen. Das ist kein Vorteil, sondern eine Eigenschaft.

WEA ergeben umso mehr Sinn, je weiträumiger sie aufgestellt sind.
Denn Wind ist ein weiträumig sehr stabiles und vorhersagbares
Ereignis. Für Sonnenenergie gilt das auch.

Selbstverständlich müssen dargebotsabhängige Erzeuger eingebettet
sein in ein Netz dargebotsunabhängiger Erzeuger. Das unterscheidet
sich nicht von der vorangegangenen Situation, in der Puffer für
die sinnlose Produktion starrer Volllastkraftwerke geschaffen
werden mussten.

>> Vor vier Jahren meldete eine Studie, dass beim AKW-Bau die Baukosten im
>> Schnitt um 60% und die Bauzeiten um 80% überschritten werden, und dass
>> in 40 Jahren Reaktorbau keine Lernkurve festgestellt werden konnte.
>> Insofern überrascht das alles nicht wirklich.


> Kernkraft ist teurer als Strom aus Kohle, das war schon immer so.
> Aber es gibt Gruende sie trotzdem der Kohle vorzuziehen.


Kernkraft ist notorisch unzuverlässig. Sie hat nie mehr als 2,2%
der weltweiten Energieproduktion bereitgestellt (derzeit knapp
1,6%) und nie mehr als 16% der Stromerzeugung (aktuell ca. 12%).
Kernkraft kann nie signifikant zur Energieproduktion beitragen.

regards, es
 #10  
07.02.2010, 06:39
Carla Schneider
Erhard Sanio wrote:
>
> Carla, Du erzählst Müll wie immer. Von den neu in Betrieb gehenden
> WEA ist ein zunehmender Teil unabhängig vom EEG. An guten Standorten,
> wo keine CDU/FDP-Ideologen durch Abstands- und Höhenvorschriften den
> Ertrag versauen, ist es für Windparks günstiger, an der Börse
> anzubieten statt das EEG in Anspruch zu nehmen.


Aber sicher nicht freiwillig, denn das macht wirtschaftlich keinen Sinn.
Wenn es mal windig ist pumpen naemlich all die EEG Anlagen ihren Strom
ins Netz und der Preis an der Stromboerse ist niedrig. Wenn er mal hoch
ist, ist sicher dass nicht genug Wind da ist.
Eine Windenergieanlage ohne EEG muss also eine sein der man aus was fuer
Gruenden auch immer die Foerderung nach dem EEG verweigert wurde.
z.B.:
---------
Anlagen mit einer installierten Leistung von über 50 kW, die
nur weniger als 60 % des Referenzertrages erzielen können,
können von der Förderung ausgenommen werden.
---------
> Der Anteil
> solcher Anlagen steigt trotz der schwarzgelben Technikaversion.


Fehlinvestitionen kommen vor.

>
> Die Auswirkungen der Dargebotsabhängigkeit der Windkraft
> wurden schon mehrfach diskutiert, lass bitte die billigen
> Stammtischparolen.


Die kann man nicht wegdiskutieren sondern man muss sie akzeptieren.

> Sicher braucht man lastfolgefähige
> Kraftwerke wie schwellfähige Wasserkraftwerke, Gaskraftwerke
> und andere, um Dargebotsschwankungen zu begegnen, und zu
> einem gewissen Teil auch Speicher. Je eher die starren
> Volllastläufer wie AKW und Braunkohle, die die ca. 10GW
> Speicher in der BRD zumüllen, weg sind, desto besser für
> die dargebotsabhängigen erneuerbaren Energien.


Mit Offshore Windkraft erhaelt man vielleicht eine Deckung von 50%.
D.h. der Strom eines Kernkraftwerkes der durch Offshore Windkraft
ersetzt werden soll kommt dann mindestens zur Haelfte aus
Verbrennungskraftwerken. Bei Windkraftwerken an Land sind es 75%.

>> Das ist schlicht Quatsch. Die Gestehungskosten von Windstrom

> (Onshore, aktuelle Anlagen) liegen in der nicht windoptimalen
> BRD derzeit um 5,5-6,5Ct/KWh. Die Gestehungskosten von Nuklearstrom
> aus neuen AKW wird auf 9-10Ct/KWh geschätzt.


10ct pro kWh macht 160000Euro pro Stunde bei einem 1600MW Kernkraftwerk,
das gibt dann bei 7000 Jahresstunden 1.12 Mrd Euro pro Jahr.
Selbst bei den ueberhoehten Baukosten von Olkiluoto hat sich das in
10 Jahren amortisiert. Mit den urspruenglichen Baukosten waere die
Rendite phantastisch.



> Mit der EEG-Vergütung
> von 7,5Ct/KWh wären die angeschissen, auch ohne Halbierung. Dazu
> kommt, dass ein AKW 5-10Jahre bis zur Inbetriebnahme braucht.
> Bis dahin wäre der Windstromgarantieerlös bei 4-5Ct/KWh.


Dann baut keiner mehr eine Windkraftanlage. Aber ein Kernkraftwerk ist
doch besser als ein offshore Windkraftwerk.

>
> > Gegenueber Windkraftwerken haben sie den Vorteil einer
> > kontinuierlichen Stromlieferung, waehrend Windkraftwerke eigentlich
> > nur ein brennstoffsparender Zusatz zu Verbrennungskraftwerken sein koennen.

>
> So kontinuierlich, dass beim Ausfall S-Bahnen stehen und Ampeln
> ausgehen wie bei Krümmel und Brunsbüttel.


Der Vorteil der Windkraftwerke ist dass ihr synchroner Ausfall zwar
dauernd vorkommt, aber von der Wettervorhersage vorrausgesagt wird.


> Einen vergleichbaren
> Blackout von WEA gibt und gab es nicht.


Weil es Schattenkraftwerke (Verbrennung) gibt, sonst haetten wir
ja das halbe Jahr Ausfall.

> AKW sind starre Volllastläufer,
> so sie nicht ausfallen oder wegen zu warmen Wetters abgestellt
> werden müssen. Das ist kein Vorteil, sondern eine Eigenschaft.
>
> WEA ergeben umso mehr Sinn, je weiträumiger sie aufgestellt sind.
> Denn Wind ist ein weiträumig sehr stabiles und vorhersagbares
> Ereignis. Für Sonnenenergie gilt das auch.
>
> Selbstverständlich müssen dargebotsabhängige Erzeuger eingebettet
> sein in ein Netz dargebotsunabhängiger Erzeuger. Das unterscheidet
> sich nicht von der vorangegangenen Situation, in der Puffer für
> die sinnlose Produktion starrer Volllastkraftwerke geschaffen
> werden mussten.


Doch. Damals brauchte man nur Puffer fuer die Tagesverbrauchsspitze,
die muessen nur ein paar Stunden Vollast speichern koennen, es gibt
da einige Pumpspeicherwerke. Beim Wind betruege die benoetigte Speicherzeit
Tage bis Wochen - da braucht man sehr grosse Wasserbecken fuer die es bei
uns keine Standorte gibt. Man muesste nach Norwegen schauen...


>
> >> Vor vier Jahren meldete eine Studie, dass beim AKW-Bau die Baukosten im
> >> Schnitt um 60% und die Bauzeiten um 80% überschritten werden, und dass
> >> in 40 Jahren Reaktorbau keine Lernkurve festgestellt werden konnte.
> >> Insofern überrascht das alles nicht wirklich.

>
> > Kernkraft ist teurer als Strom aus Kohle, das war schon immer so.
> > Aber es gibt Gruende sie trotzdem der Kohle vorzuziehen.

>
> Kernkraft ist notorisch unzuverlässig. Sie hat nie mehr als 2,2%
> der weltweiten Energieproduktion bereitgestellt (derzeit knapp
> 1,6%) und nie mehr als 16% der Stromerzeugung (aktuell ca. 12%).
> Kernkraft kann nie signifikant zur Energieproduktion beitragen.


Frankreich existiert, dort stammt 80% des Stromverbrauchs aus
Kernkraftwerken. Bei uns sind es nur 25% weil man bei uns auf Kohle
setzte.
 #11  
08.02.2010, 04:34
Emil Naepflein
On Sat, 06 Feb 2010 19:58:23 +0100, Ulrich Nehls <radlafari>
wrote:

>Ja, Frau Schneider, und weil es doch tatsächlich Newsreader gibt, die
>nach 72 Zeichen umbrechen habe ich den gleichen Link gekürzt bereits in
>meinem posting gebracht. Lies doch mal zwischendurch
>[..]


Da steht nichts darüber drin dass man Links nach 72 Zeichen umbrechen
soll. Die Leute sollen sich einen anständigen NewsReader besorgen.

fup poster
 #12  
08.02.2010, 04:48
Emil Naepflein
On Sat, 06 Feb 2010 21:44:02 +0100, Carla Schneider
<carla_sch> wrote:

>Wohl eher 4 bis 5 - aber eben nur zu bestimmten Zeiten,
>den Rest von 75% decken Verbrennungskraftwerke,


Die Verbrennugnskraftwerke erzeugen aber nicht mehr Energie, sie laufen
dann eher zu anderen Zeiten, eben dannw enn mal der Wind nicht so weht
und/oder die Sonne nicht scheint.

Immerhin wurden durch die Windkraft in 2009 schon die Energiemenge
ersetzt, die etwa 4 AKW s entspricht. Man kann diese also abschalten.

> oder man muesste Speicherkraftwerke mit entsprechender Kapazitaet haben.


Man braucht bis alle AKWs abgeschaltet sind keine zusätzlichen
Speicherkraftwerke.

>Nein es liegt daran dass die Windkraftwerke einen Garantiepreis fuer ihren
>Strom bekommen. Wenn AKWs auch nur die Haelfte des Garantiepreises
>bekaemen den es fuer Windkraftwerke gibt gaebe es kein Problem welche
>zu bauen.


Die Akzeptanz lässt sich durch zusätzlich Geld, d.h., Verteuerung der
Energie aus AKWs nicht verbessern.

>Gegenueber Windkraftwerken haben sie den Vorteil einer
>kontinuierlichen Stromlieferung, waehrend Windkraftwerke eigentlich
>nur ein brennstoffsparender Zusatz zu Verbrennungskraftwerken sein koennen.
>


Das sind die AKWs und alle anderen Techniken zur Stromproduktion die
keine fossilen Brennstoffe verfeuern auch.

>Kernkraft ist teurer als Strom aus Kohle, das war schon immer so.
>Aber es gibt Gruende sie trotzdem der Kohle vorzuziehen.


Welche Gründe?

Das geringe Risikopotential?
Die Abhängigkeit von ausländischen Brennstofflieferanten?
Das gelöste Problem der Entsorgung der Abfälle?
Die hervoragende Öffentlichkeitsarbeit der AKW-Betreiber?
Die Erwärmung der Flüsse und Seen?
Die geringe Zahl an Störfällen?
Das fehlende Risko der Prolieferation?
 #13  
08.02.2010, 05:04
Emil Naepflein
On Sun, 07 Feb 2010 08:39:09 +0100, Carla Schneider
<carla_sch> wrote:

>Mit Offshore Windkraft erhaelt man vielleicht eine Deckung von 50%.
>D.h. der Strom eines Kernkraftwerkes der durch Offshore Windkraft
>ersetzt werden soll kommt dann mindestens zur Haelfte aus
>Verbrennungskraftwerken. Bei Windkraftwerken an Land sind es 75%.


Du hast einen Denkfehler. Man kann einfach 4 mal soviel
Windkraftleistung installieren und wäre dann pro installierten GW immer
noch nicht teuerer als ein neues AKW, weder von den Kosten pro GW noch
bei den Kosten des erzeugten Stroms.

Wieviel Strom noch in Verbrennungskraftwerken erzeugt werden muss hängt
nicht von der Leistung ab, sondern von der Energiemenge. Derzeit
produzieren die WKAs in D schon die Energiemenge von 4 AKW Blöcken.

>10ct pro kWh macht 160000Euro pro Stunde bei einem 1600MW Kernkraftwerk,
>das gibt dann bei 7000 Jahresstunden 1.12 Mrd Euro pro Jahr.


Für 10 ct würde das AKW seinen Strom gar nicht los werden, zumindest
heute nicht. Damit es auf 7.000 Betreibsstunden kommt muss der Preis
deutlich unter 5 ct/kWh liegen.

>Selbst bei den ueberhoehten Baukosten von Olkiluoto hat sich das in
>10 Jahren amortisiert. Mit den urspruenglichen Baukosten waere die
>Rendite phantastisch.


Nur wenn das AKW die 10 ct/kWh auch tatsächlich erzielen könnte.

>Dann baut keiner mehr eine Windkraftanlage. Aber ein Kernkraftwerk ist
>doch besser als ein offshore Windkraftwerk.


In wiefern?

>Der Vorteil der Windkraftwerke ist dass ihr synchroner Ausfall zwar
>dauernd vorkommt, aber von der Wettervorhersage vorrausgesagt wird.


Jeztt hast Du endlich erkannt dass tatsächlich die Sicherheit von WKAs
und auch PV-Anlagen hinsichtlich der Stromversorgung um Größenordnungen
höher ist als die von ganz wenigen Großkraftwerken.

>Weil es Schattenkraftwerke (Verbrennung) gibt, sonst haetten wir
>ja das halbe Jahr Ausfall.


Es gibt alle Kraftwerke "Schattenkraftwerke", auch für die AKWs. Wie war
das letzten Sommer als so viele AKWs wegen Störungen abgeschalten waren?
Da warend ie Betreiber der AKWs aber froh, dass sie von den
"Schattenkraftwerken" der Windkraftanlagen profitieren konnten.
 #14  
08.02.2010, 07:41
Erhard Sanio
Emil Naepflein schrieb:
> On Sun, 07 Feb 2010 08:39:09 +0100, Carla Schneider
> <carla_sch> wrote:

...
>>Selbst bei den ueberhoehten Baukosten von Olkiluoto hat sich das in
>>10 Jahren amortisiert. Mit den urspruenglichen Baukosten waere die
>>Rendite phantastisch.

> Nur wenn das AKW die 10 ct/kWh auch tatsächlich erzielen könnte.


Nicht einmal dann. Carla rechnet sich mal wieder jenseits aller
Realität die Welt schön. In den Kostenaufstellungen, die die
AKW-Betreiber selbst publizieren, wird von einem Baukosten-
anteil an den AKW-Kosten von 15-20% bei einer Amortisation über
30 Jahre ausgegangen. Anders gesagt, fallen 80-85% andere Kosten
an, die grössten Brocken darunter sind Brennstoff (15%, davon 5%Uran)
und Betriebsführung (40-45%). Aus den verbleibenden 20-30% sind
Reparaturen, Rückstellungen für Rückbau und Entsorgung (hüstel)
und die Kapitalkosten zu finanzieren.

Das klappt schon beim Rückbau nicht. Bei allen bisher dekommisionierten
AKW lagen die Rückbaukosten ohne Endlagerung - die gibt es bekanntlich
noch nirgends - höher als die Baukosten. So wird der Rückbau der
britischen AKW mit über 100Mrd. Pfund veranschlagt.

AKW rechnen sich dann und nur dann, wenn die Kapitalkosten und
möglichst ein Teil der Baukosten geschenkt werden, oder wenn, wie
in UK und den USA, die ursprünglichen Betreiber pleite gehen (in
UK wurde British Energy privatisiert, kriegte dabei die AKW
geschenkt, ging trotzdem pleite und wurde dann von Staat saniert)
und der Nachbetreiber die abgeschriebenen Anlagen übernimmt.

Solange die sich nicht zerlegen oder dekommissioniert werden
müssen, rechnen sie sich. Und über 15 Jahre wird in der
Betriebswirtschaft grundsätzlich nicht gerechnet.

regards, es
 #15  
08.02.2010, 07:41
Carla Schneider
Emil Naepflein wrote:
>
> On Sat, 06 Feb 2010 21:44:02 +0100, Carla Schneider
> <carla_sch> wrote:
>
> >Wohl eher 4 bis 5 - aber eben nur zu bestimmten Zeiten,
> >den Rest von 75% decken Verbrennungskraftwerke,

>
> Die Verbrennugnskraftwerke erzeugen aber nicht mehr Energie, sie laufen
> dann eher zu anderen Zeiten, eben dannw enn mal der Wind nicht so weht
> und/oder die Sonne nicht scheint.
>
> Immerhin wurden durch die Windkraft in 2009 schon die Energiemenge
> ersetzt, die etwa 4 AKW s entspricht. Man kann diese also abschalten.


Windenergie in Deutschland kann aufgrund ihrer zeitlichen Verteilung
ueberhaupt keine Kraftwerke ersetzen, nicht ein einziges.
Sie ist nur geeignet bestimmte Verbrennungskraftwerke die relativ schnell
und verlustarm herauf und herunter geregelt zu werden dabei zu ergaenzen
zum Zwecke der Brennstoffeinsparung. D.h. Windkraft hat im Jahr 2009 dafuer
gesorgt dass Verbrennungskraftwerke die soviel Strom erzeugen koennten
wie 16 AKWs nur soviel Strom erzeugen mussten wie 12 AKWs und dadurch 25% des
Brennstoffs einsparen konnten.

>
> > oder man muesste Speicherkraftwerke mit entsprechender Kapazitaet haben.

>
> Man braucht bis alle AKWs abgeschaltet sind keine zusätzlichen
> Speicherkraftwerke.


Ja man kann alle AKWs durch Verbrennungskraftwerke ersetzen, und dann
mittels Windenergie 25% des Brennstoffbedarfs einsparen, bei Offshore
Windenergie sind auch 45% drin.
Die Frage ist nur warum man das tun sollte solange die AKWs noch
Strom fuer fast umsonst produzieren koennen.
Anders sieht das aus wenn man AKWs neu bauen muesste, da sind die
Verbrennungskraftwerke billiger - allerdings weiss man nicht wieviel
der Brennstoff in Zukunft kosten wird, ueber die Laufzeit des Kraftwerks.
Beim AKW dagegen koennte man schon beim Bau das Uran fuer die naechsten
30 Jahre bunkern und es wuerde nicht mal doppelt so teuer.

>
> >Nein es liegt daran dass die Windkraftwerke einen Garantiepreis fuer ihren
> >Strom bekommen. Wenn AKWs auch nur die Haelfte des Garantiepreises
> >bekaemen den es fuer Windkraftwerke gibt gaebe es kein Problem welche
> >zu bauen.

>
> Die Akzeptanz lässt sich durch zusätzlich Geld, d.h., Verteuerung der
> Energie aus AKWs nicht verbessern.


In Frankreich kommen 80% des Stroms aus Kernkraftwerken.
D.h. die Akzeptanz ist irgendwie gar nicht relevant.

>
> >Gegenueber Windkraftwerken haben sie den Vorteil einer
> >kontinuierlichen Stromlieferung, waehrend Windkraftwerke eigentlich
> >nur ein brennstoffsparender Zusatz zu Verbrennungskraftwerken sein koennen.
> >

>
> Das sind die AKWs und alle anderen Techniken zur Stromproduktion die
> keine fossilen Brennstoffe verfeuern auch.


AKWs sind Grundlastfaehig. Wenn du 10 AKWs hast, brauchst du vielleicht
3 Verbrennungskraftwerke die die Ausfaelle uebernehmen.

>
> >Kernkraft ist teurer als Strom aus Kohle, das war schon immer so.
> >Aber es gibt Gruende sie trotzdem der Kohle vorzuziehen.

>
> Welche Gründe?
>
> Das geringe Risikopotential?

Fuer die einzelne Person ist es nicht niedriger sondern hoeher.

> Die Abhängigkeit von ausländischen Brennstofflieferanten?

In Deutschland kommt 24% der Stromerzeugung aus auslaendischer Kohle.

> Das gelöste Problem der Entsorgung der Abfälle?

Geloest ist gut, man lebt einfach mit dem Gift.

> Die hervoragende Öffentlichkeitsarbeit der AKW-Betreiber?
> Die Erwärmung der Flüsse und Seen?


Geht auch bei Kernkraftwerken mit Kuehltuermen, siehe Gundremmingen,
da wird kein Fluss oder See erwaermt.

> Die geringe Zahl an Störfällen?


Stimmt gar nicht, nur interessieren bei Verbrennungskraftwerken
die Stoerfaelle niemand, ausser der Kessel explodiert.
Wenn irgendwo ein Kohlekraftwerk einen Stoerfall hat und ausfaellt,
dann interessiert das nur falls deswegen irgendwo der Strom ausfaellt.

> Das fehlende Risko der Prolieferation?

Ist das bei deutschen Kernkraftwerken gegeben ?

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