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#1
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Hallo,
"Die Garantie gilt demnach für alle Termin-, Spar- und Girokonten der deutschen Sparer." Entschuldigung für die vielleicht dumme Frage aber kann mir jemand sagen ob sogenannte "Sparkassenbriefe" unter diese Garantie fallen? Festgeld bei Sparkassen vermutlich schon? Danke & Gruss, BO |
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#2
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Beate Oettl <monoton121> wrote:
> > "Die Garantie gilt demnach für alle Termin-, Spar- und Girokonten > der deutschen Sparer." > > Entschuldigung für die vielleicht dumme Frage aber kann mir jemand > sagen ob sogenannte "Sparkassenbriefe" unter diese Garantie fallen? Soweit ich weiß nicht. > Festgeld bei Sparkassen vermutlich schon? Ja. Diese Unterscheidung halte ich aber bei Sparkassen nicht für relevant. | Alle Inhaberschuldverschreibungen, die von einem Institut der | Sparkassen-Finanzgruppe emittiert, also ausgegeben, werden, sind | vom Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe erfasst. <[url down] cher.html> Denn ein deutscher Sparkassenbrief fällt erst dann aus, wenn die gesamte (!) deutsche Sparkassen-Gruppe zusammenbricht. Falls das jemals passieren sollte, fehlte mir die Fantasie, mir auszumalen, wie die BRD ihrem Garantieversprechen nachkommen will. Anders formuliert: Wer mit Sparkassenbriefen nicht ruhig schlafen kann, sollte sich vielleicht überlegen, ob er sein Geld nicht besser in Sachwerte wie Konserven, Kartoffelsäcke, Tütensuppen o.ä. eintauscht. ;-) Gruß, Jens |
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#3
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Jens Bock schrieb:
> Anders formuliert: Wer mit Sparkassenbriefen nicht ruhig schlafen kann, > sollte sich vielleicht überlegen, ob er sein Geld nicht besser in > Sachwerte wie Konserven, Kartoffelsäcke, Tütensuppen o.ä. eintauscht. > ;-) Wenn es ne grössere Summe ist, ist vielleicht auch in einen Stromerzeuger gut angelegt. MfG Matthias |
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#4
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"Beate Oettl" <monoton121> schrieb am
Mon, 6 Oct 2008 13:32:56 +0200: >"Die Garantie gilt demnach für alle Termin-, Spar- und Girokonten >der deutschen Sparer." Diese Garantie ist ja nur eine Beruhigungspille. Bis letzte Woche hieß es auch noch ohne "Staatsgarantie" landauf landab: "die Einlagen bei deutschen Banken sind sicher". Substanziell ändert sich überhaupt nichts: geht eine Bank pleite, verkraften dies die bestehenden Sicherungssysteme. Gehen alle pleite, wird die "Staatsgarantie" nur dafür sorgen, daß wir wieder mit gleichem Kopfgeld für alle bei Null anfangen. >Entschuldigung für die vielleicht dumme Frage aber kann mir jemand >sagen ob sogenannte "Sparkassenbriefe" unter diese Garantie fallen? Außer Schlagzeilen wird überhaupt nichts garantiert. Wer soll und wie soll man aus einer mündlich, unbeglaubigt und ohne Zustimmung der zuständigen Gremien gemachten Aussage einen Rechtsanspruch ableiten können? >Festgeld bei Sparkassen vermutlich schon? Auch ohne "Staatsgarantie" braucht man sich für Einlagen bei Sparkassen (gilt auch für Sparkassenbriefe und Festgelder) mit dem dort im Falle eines Falles zum Tragen kommenden vierstufigen Sicherungssystem wahrscheinlich die geringsten Sorgen machen. |
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#5
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Jens Bock wrote:
> Denn ein deutscher Sparkassenbrief fällt erst dann aus, wenn die > gesamte (!) deutsche Sparkassen-Gruppe zusammenbricht. Falls das > jemals passieren sollte, fehlte mir die Fantasie, mir auszumalen, > wie die BRD ihrem Garantieversprechen nachkommen will. Bekanntlich erschaffen Banken Geld, in dem sie Geld ausleihen. (Es ist nicht so, wie sich mancher denkt, dass nur die Einlagen ausgeliehen werden!) Die Grenze dieser Geldvermehrung wird u.a. durch die gesetzliche Mindestreserve vom Staat gesetzt. Dem Staat sollte es nicht schwer fallen, diese Grenze beliebig zu verschieben, um sein Garantieversprechen einzulösen. Freilich bedeutet die Staatsgarantie lediglich, dass die Bürger mit ihrer Steuerlast selbst für ihre Guthaben garantieren. Der Staat kann aber nur Nominalansprüche garantieren. Was man für den Euro anschließend noch kaufen kann, ist ungewiss. Gibt es irgendwo eine historische Darstellung, was mit den einzelnen Vermögenswerte (Bankguthaben, Bargeld, Aktien, Anleihen, Immobilien) in solchen Fällen üblicherweise geschieht? Nach dem Krieg gab es ja den Lastenausgleich. Der zeigt, dass z.B. auch Hauseigentümer zur Kasse gebeten werden können. |
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#6
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Beate Oettl in <news:iph1>:
>Hallo, > >"Die Garantie gilt demnach für alle Termin-, Spar- und Girokonten >der deutschen Sparer." > >Entschuldigung für die vielleicht dumme Frage aber kann mir jemand >sagen ob sogenannte "Sparkassenbriefe" unter diese Garantie fallen? Ich frage mich eher, wer genau da garantiert? Der Deutsche Staat als Ganzes oder nur die derzeit an der Macht befindliche Koalition? Und wen man (mit welchem Erfolg auch immer und auf was genau) verklagen könnte, wenn im Falle des Big Bang niemand diese Garantie einhalten will. Oder kann ... Der Spruch hat für mich den Touch von "Die Renten sind sicher" oder "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen". Also nichts Anderes als bloße Atipanikmache, damit jetzt nicht Millionen von Ottonormal- Sparern hingehen und ihr Geld abheben, um es "sicherheitshalber" unterm Kopfkissen zu verstecken. CU! Ulrich |
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#7
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On Mon, 06 Oct 2008 15:56:32 +0200, Klaus Maus
<invalid> wrote: > >Bekanntlich erschaffen Banken Geld, in dem sie Geld ausleihen. (Es >ist nicht so, wie sich mancher denkt, dass nur die Einlagen >ausgeliehen werden!) Kannst du das bisschen detaillierter erklären? Ich geh zur Bank und nehm ein Darlehn auf für 10.000 ?. Ich lass mir das Geld auszahlen und kauf mir dafür ein gebrauchtes Auto. Wie genau läuft jetzt die Erschaffung von Geld durch die Bank ab? k. |
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#8
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Ulrich F. Heidenreich wrote:
> Der Spruch hat für mich den Touch von "Die Renten sind sicher" > oder "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen". Also nichts > Anderes als bloße Atipanikmache, damit jetzt nicht Millionen von > Ottonormal- Sparern hingehen und ihr Geld abheben, um es > "sicherheitshalber" unterm Kopfkissen zu verstecken. So ist es. Ohne ein entsprechendes Gesetz gibts auch keinen Rechtsanspruch. |
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#9
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Konrad Wilhelm wrote:
> Wie genau läuft jetzt die Erschaffung von Geld durch die Bank ab? Man könnte das an deinem Beispiel erklären, aber die Geldschöpfung geschieht dann im Bankensystem insgesamt. Einfacher ist folgendes Beispiel innerhalb einer einzigen Bank: Du beauftragst einen Maler mit der Renovierung deiner Wohnung, hast zwar ein Einkommen, bist aber momentan nicht flüssig. Die Bank gibt dir 1000 ? Dispokredit. Der könnten aus dem Guthaben des Malers stammen. Du bezahlst den Maler (bar oder Überweisung, spielt keine Rolle), der Maler hat nun ein Guthaben von 2000 ? während du 1000 ? Schulden hast. Das an dich ausgeliehene Geld ist wieder bei der Bank und kann erneut an andere Kunden des Malers ausgeliehen werden. Das Konto des Malers steigt auf Grund der Geldschöpfung. Falls du jetzt einwendest: "Die Schuldensumme entspricht der zusätzlichen Geldsumme, das hebt sich auf", dann hast du das Prinzip verstanden. Geld ist nicht mehr und nicht weniger als das Recht auf eine Gegenleistung von den Kreditnehmern. Folglich sind Geldguthaben und Geldschulden in der Summe gleich. Je mehr sich die Leute verschulden, desto größer wird die Geldmenge. Werden Schulden getilgt, dann sinkt die Geldmenge wieder. Die Geldmenge sinkt auch, wenn ein Kredit durch Insolvenz verloren geht: Durch die Insolvenz erlischt die Zahlungsfähigkeit, der Gläubiger wird die Forderung abschreiben, also seine Buchhaltung der Realität anpassen. Soweit klar? Interessanter Weise funktioniert die Geldschöpfung auch, wenn unsere Währung aus Goldmünzen bestehen würde: Voraussetzung ist lediglich, dass die Goldmünzen bei einer Bank zum Zweck des Zinsertrags (und damit zum Weiterverleih) eingezahlt werden. Natürlich wird in diesem Fall nicht das Gold an sich sondern die Zahlungsansprüche auf Gold vermehrt. Aber Zahlungsansprüche sind ja Geld! Es gibt nun Leute, die sind davon überzeugt, dass die zuletzt skizzierte Golddeckung eine Schuldenkrise schon im Entstehen verhindert hätte. Andere glauben das nicht, sie glauben, dass Papiergeld und die freie Hand der Notenbank die Schuldenkrisen beherrschbar macht. Sie glauben sogar, dass es gar nicht darauf ankommt, dass die riesigen Schuldensummen jemals wieder ausgeglichen werden, so lange sich das Rad einfach nur weiter dreht. |
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#10
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Konrad Wilhelm <konrad_wilhelm> writes:
>On Mon, 06 Oct 2008 15:56:32 +0200, Klaus Maus ><invalid> wrote: >> >>Bekanntlich erschaffen Banken Geld, in dem sie Geld ausleihen. (Es >>ist nicht so, wie sich mancher denkt, dass nur die Einlagen >>ausgeliehen werden!) >Kannst du das bisschen detaillierter erklären? >Ich geh zur Bank und nehm ein Darlehn auf für 10.000 EUR. >Ich lass mir das Geld auszahlen und kauf mir dafür ein gebrauchtes >Auto. >Wie genau läuft jetzt die Erschaffung von Geld durch die Bank ab? Tja; man muss nicht alles glauben was in jenem 40-minütigem Film (englisch mit deutschen Untertiteln) so drin steht; ins- besondee nicht die letzten paar Minuten. Aber interessant ist jene Meinung schon: http://www.videogold.de/money-as-debt-geld-als-schuld/ Gruss, Holger |
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#11
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Beate Oettl wrote:
> "Die Garantie gilt demnach für alle Termin-, Spar- und Girokonten > der deutschen Sparer." Es gibt keine Garantie, weil es keinen Rechtsanspruch darauf gibt. Ich habe auch starke Zweifel daran, dass ein entsprechendes Gesetz erlassen wird. > Entschuldigung für die vielleicht dumme Frage aber kann mir jemand > sagen ob sogenannte "Sparkassenbriefe" unter diese Garantie fallen? Was die Sparkasse unter dem Produktnamen "Sparkassenbrief" versteht, ist im Prinzip dasselbe wie ein Sparbrief. Ein Sparbrief als Namensschuld/Inhaberschuldverschreibung ist bereits jetzt in die Einlagensicherung miteinbezogen. > Festgeld bei Sparkassen vermutlich schon? Bestandteil er Einlagensicherung, kannst du alles auf den Sparkassenseiten nachlesen. Hat aber nichts mit einer angeblichen Garantie zu tun, die eine Bundeskanzlerin öffentlich verspricht, für die es gegenwärtig noch keine Rechtsgrundlage gibt. |
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#12
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Jens Bock schrieb:
> | Alle Inhaberschuldverschreibungen, die von einem Institut der Habe ich was verpasst, oder seit wann sind denn Sparkassenbriefe Inhaber(!)schuldverschreibungen? Klaus PS: Und ja, bezüglich Einlagenversicherung ist der Unterschied zwischen Namens- und Inhaberschuldverschreibung relevant. |
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#13
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Hallo Konrad,
Konrad Wilhelm schrieb: [...Geldschöpfung...] > Kannst du das bisschen detaillierter erklären? [url down] Und wie hier letzte Woche schon verlinkt: http://de.wikipedia.org/wiki/Geldschöpfung gruß aus berlin der stef |
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#14
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On Mon, 06 Oct 2008 23:02:35 +0200, Stefan Krieg <Stefan.Krieg>
wrote: >Hallo Konrad, > >Konrad Wilhelm schrieb: > >[...Geldschöpfung...] > >> Kannst du das bisschen detaillierter erklären? > >[..] > Ist ja erstklassig. Danke |
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#15
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Klaus Maus schrieb
> Freilich bedeutet die Staatsgarantie lediglich, dass die Bürger mit > ihrer Steuerlast selbst für ihre Guthaben garantieren. Der Staat > kann aber nur Nominalansprüche garantieren. Was man für den Euro > anschließend noch kaufen kann, ist ungewiss. > > Gibt es irgendwo eine historische Darstellung, was mit den einzelnen > Vermögenswerte (Bankguthaben, Bargeld, Aktien, Anleihen, > Immobilien) in solchen Fällen üblicherweise geschieht? Die Eigentümer von Immobilien und Unternehmensanteilen werden geschont, Geldvermögen werden wertlos. Das ist einfach ein politische Entscheidung. > Nach dem Krieg gab es ja den Lastenausgleich. Der zeigt, dass z.B. > auch Hauseigentümer zur Kasse gebeten werden können. Mit rein symbolischen Beiträgen. Außerdem ging das Geld an die Vertriebenen. Dagegen hat der Staat die Geldvermögen (Bargeld, Staatsanleihen, Lebensversicherungen, private Schulden...) durch die Währungsreform weitgehend enteignet. |
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