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Mit Nadeln und Kügelchen
Die Berliner Charité richtet die erste Professur für "Komplementärmedizin" ein. Was haben Homöopathie und Qigong in der universitären Forschung zu suchen? Ihr Heuschnupfen quält Sabine Reiners, 26, seit sie sich erinnern kann. Bei schön- stem Frühlingswetter schottet sich die Studentin zu Hause gegen den Pollenflug ab - doch da lauert der Hausstaub: "Normales Saubermachen geht nicht ohne Niesatta- cken", erzählt sie. "Wie Smarties" habe sie Medikamente eingeworfen, jahrelang: "Inzwischen wirkt gar nichts mehr richtig." Jetzt sitzt Reiners in der Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin (Champ) am Universitätsklinikum Charité in Berlin-Mitte. In den kommenden Wochen wird sie sich von den Ärzten Akupunkturnadeln in die Haut piksen lassen; sie hofft, dass die allergischen Reaktionen dann nachlassen. "Die Schulmedizin habe ich durch", sagt Reiners, "jetzt will ich sehen, was alternative Methoden bringen." Reiners gehört zur typischen Champ-Klientel: "Die meisten unserer Patienten haben chronische Krankheiten und in der Schulmedizin bereits vieles ausprobiert", erklärt Gründer Stefan Willich, Internist und Chef am Institut für Sozialmedizin, Epidemi- ologie und Gesundheitsökonomie. "Wir entwickeln für jeden eine individuelle Kombi- nation aus herkömmlicher Medizin und alternativen Methoden." Seit einem Jahr rücken Willichs Ärzte verschiedenen Leiden wie Allergien, Rücken- schmerzen oder Diabetes mit Akupunkturnadeln, homöopathischen Mitteln, pflanzli- chenArzneien und auch schon mal mit Blutegeln oder anthroposophischen Tinkturen zu Leibe. Andere Patienten werden in fernöstlichen Techniken wie Qigong unter- wiesen. Schon seit rund zehn Jahren untersucht Willich Heilmethoden aus der "Komplementär- medizin". Seinen jüngsten Coup kann der Mediziner in dieser Woche feiern: Willichs langjährige Mitarbeiterin Claudia Witt hält an der Charité ihre Antrittsvorlesung zum Thema "Moderne Forschung zur Komplementärmedizin" - Witt wird die deutschland- weit erste Professorin für alternative Medizin. Möglich macht’s eine Spende der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, die sich der Förderung von Projekten aus dem Bereich der Alternativmedizin verschrieben hat. Mit einer Million Euro finanzieren die Gönner Witts Stiftungslehrstuhl für die nächsten fünf Jahre. Doch was haben Qigong und Schröpfkopf an einer seriösen Spitzenuni zu suchen? Als neuen Forschungsschwerpunkt der ehrwürdigen Uni-Klinik möchte Detlev Ganten, Phar- makologe und Vorstandsvorsitzender der Charité, die alternative Heilkunst nicht gerade sehen: "Im Verhältnis zur wissenschaftlichen und klinischen Leistungsfähig- keit der Charité in klassisch universitätsmedizinischen Domänen spielt die Erfor- schung der Komplementärmedizin nur eine untergeordnete Rolle." Doch bald schon kann sich seine Charité über weitere Professorenjobs in ähnlichen Sujets freuen: Der Kneipp-Bund und ein Berliner Krankenhaus spendieren je eine Pro- fessur zum Thema Naturheilverfahren. "Die Nachfrage ist da, die Verfahren werden eingesetzt. Es ist auch Teil des Auf- trags an eine große akademische Einrichtung wie die Charité, hier für Erhellung zu sorgen und dieses Feld nicht Scharlatanen zu überlassen", erklärt Charité-Chef Ganten. Denn trotz fehlender wissenschaftlicher Belege für deren Wirksamkeit ver- trauen immer mehr Patienten der Heilkraft homöopathischer Kügelchen oder chinesi- scher Kräuter - 60 000 Ärzte verordnen hierzulande regelmäßig Präparate aus Homöo- pathie oder Naturheilkunde. Der Alternativ-Boom an der Charité verblüfft dennoch - vor allem, weil die Hoch- schulmedizin dem Feld bislang aus guten Gründen weitgehend ablehnend gegenüber- stand. Wie etwa Hochpotenzhomöopathie wirken soll, können auch deren Anhänger nicht erklären. So hoch sind die Verdünnungen, dass sich im Medikament nicht ein einziges Wirkstoffmolekül nachweisen lässt. Jung-Professorin Witt hat das in ihrer Promotion selbst bewiesen: Mittels Massenspektroskopie untersuchte sie, wie sich homöopathische Medikamente physikalisch vom reinen Lösungsmittel unter- scheiden, in dem sie enthalten sein sollen. Ergebnis: gar nicht. "Das heißt aber nicht, dass Homöopathie nichts bewirkt", erklärt die Epidemiologin unverdrossen. "Man muss sie im Kontext erforschen, und das geht eben nicht nur mit placebokontrollierten Studien." So muss ein Homöopath seinen Patienten ausführlich befragen, ehe er die passenden Globuli hervorholt - der Kranke fühlt sich ernst genommen und erwartet allein deswegen Linderung. "Sehr viel Wirkung der Homöopathie ist auf andere Faktoren wie etwa den Kontext zurückzuführen", glaubt Witt, "die Arznei selbst macht nur einen kleinen Teil aus." Oder gar keinen. "Mit dieser Argumentation können Sie auch Aspirin verschreiben, wenn Sie vorher nett zum Patienten sind", sagt Edzard Ernst, der an der Universität von Exeter seit Jahren alternative Heilmethoden erforscht und Studien zum Thema bewertet. "In der Komplementärmedizin machen Forscher gern geltend, dass für sie die Regeln der Wissenschaft modifiziert werden müssten." In der Medizin dürfe es aber nicht zweierlei Standards geben. "Es gibt zu wenige gute Studien zu diesen Themen", sagt auch Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, "insofern ist es zu begrüßen, wenn sie auch an den Universitäten erforscht werden." Für An- hänger vieler Alternativmethoden dürfte das eher kein Grund zur Freude sein: "Wenn die Studien wissenschaftlich hochwertig sind, wird man ziemlich oft zu dem Schluss kommen müssen, dass viele Methoden nichts taugen." |
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#2
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Sehr spannender Artikel.
Die Einrichtung eines wissenschaftlichen Lehrstuhles kann ich nur begrüssen. Vielleicht werden dann endlich noch offene Fragen und Themengebiet geklärt, die im Moment eher "die Lager spalten". Sehr schön, danke fürs posten. |
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#3
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Artikel aus Spiegel 21-2008: Mit Nadeln und Kügelchen
2 Nachrichten - Alle ausblenden /groups/adfetch? adid=fh0W2hIAAABycDgtZXjwCmZuYF8SZzZYccppRoymU92mf rW5UfTN7w Bei der Gruppe, für die Sie eine Mitteilung verfassen, handelt es sich um eine Usenet-Gruppe. Wenn Sie in dieser Gruppe Nachrichten posten, ist Ihre E-Mail-Adresse für jeden im Internet sichtbar Ihre Antwort wurde nicht gesendet. Die Nachricht wurde übermittelt. 1. George Orwell Profil anzeigen Weitere Optionen 19 Mai, 00:40 Newsgroups: de.alt.naturheilkunde Von: George Orwell <nob> Datum: Mon, 19 May 2008 00:40:40 +0200 (CEST) Lokal: Mo 19 Mai 2008 00:40 Betreff: Artikel aus Spiegel 21-2008: Mit Nadeln und Kügelchen Antworten | Antwort an Autor | Weiterleiten | Drucken | Einzelne Nachricht | Original anzeigen | Diese Nachricht melden | Nachrichten dieses Autors suchen Mit Nadeln und Kügelchen Die Berliner Charité richtet die erste Professur für "Komplementärmedizin" ein. Was haben Homöopathie und Qigong in der universitären Forschung zu suchen? Ihr Heuschnupfen quält Sabine Reiners, 26, seit sie sich erinnern kann. Bei schön- stem Frühlingswetter schottet sich die Studentin zu Hause gegen den Pollenflug ab - doch da lauert der Hausstaub: "Normales Saubermachen geht nicht ohne Niesatta- cken", erzählt sie. "Wie Smarties" habe sie Medikamente eingeworfen, jahrelang: "Inzwischen wirkt gar nichts mehr richtig." Jetzt sitzt Reiners in der Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin (Champ) am Universitätsklinikum Charité in Berlin-Mitte. In den kommenden Wochen wird sie sich von den Ärzten Akupunkturnadeln in die Haut piksen lassen; sie hofft, dass die allergischen Reaktionen dann nachlassen. "Die Schulmedizin habe ich durch", sagt Reiners, "jetzt will ich sehen, was alternative Methoden bringen." Reiners gehört zur typischen Champ-Klientel: "Die meisten unserer Patienten haben chronische Krankheiten und in der Schulmedizin bereits vieles ausprobiert", erklärt Gründer Stefan Willich, Internist und Chef am Institut für Sozialmedizin, Epidemi- ologie und Gesundheitsökonomie. "Wir entwickeln für jeden eine individuelle Kombi- nation aus herkömmlicher Medizin und alternativen Methoden." Seit einem Jahr rücken Willichs Ärzte verschiedenen Leiden wie Allergien, Rücken- schmerzen oder Diabetes mit Akupunkturnadeln, homöopathischen Mitteln, pflanzli- chenArzneien und auch schon mal mit Blutegeln oder anthroposophischen Tinkturen zu Leibe. Andere Patienten werden in fernöstlichen Techniken wie Qigong unter- wiesen. Schon seit rund zehn Jahren untersucht Willich Heilmethoden aus der "Komplementär- medizin". Seinen jüngsten Coup kann der Mediziner in dieser Woche feiern: Willichs langjährige Mitarbeiterin Claudia Witt hält an der Charité ihre Antrittsvorlesung zum Thema "Moderne Forschung zur Komplementärmedizin" - Witt wird die deutschland- weit erste Professorin für alternative Medizin. Möglich macht's eine Spende der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, die sich der Förderung von Projekten aus dem Bereich der Alternativmedizin verschrieben hat. Mit einer Million Euro finanzieren die Gönner Witts Stiftungslehrstuhl für die nächsten fünf Jahre. Doch was haben Qigong und Schröpfkopf an einer seriösen Spitzenuni zu suchen? Als neuen Forschungsschwerpunkt der ehrwürdigen Uni-Klinik möchte Detlev Ganten, Phar- makologe und Vorstandsvorsitzender der Charité, die alternative Heilkunst nicht gerade sehen: "Im Verhältnis zur wissenschaftlichen und klinischen Leistungsfähig- keit der Charité in klassisch universitätsmedizinischen Domänen spielt die Erfor- schung der Komplementärmedizin nur eine untergeordnete Rolle." Doch bald schon kann sich seine Charité über weitere Professorenjobs in ähnlichen Sujets freuen: Der Kneipp-Bund und ein Berliner Krankenhaus spendieren je eine Pro- fessur zum Thema Naturheilverfahren. "Die Nachfrage ist da, die Verfahren werden eingesetzt. Es ist auch Teil des Auf- trags an eine große akademische Einrichtung wie die Charité, hier für Erhellung zu sorgen und dieses Feld nicht Scharlatanen zu überlassen", erklärt Charité-Chef Ganten. Denn trotz fehlender wissenschaftlicher Belege für deren Wirksamkeit ver- trauen immer mehr Patienten der Heilkraft homöopathischer Kügelchen oder chinesi- scher Kräuter - 60 000 Ärzte verordnen hierzulande regelmäßig Präparate aus Homöo- pathie oder Naturheilkunde. Der Alternativ-Boom an der Charité verblüfft dennoch - vor allem, weil die Hoch- schulmedizin dem Feld bislang aus guten Gründen weitgehend ablehnend gegenüber- stand. Wie etwa Hochpotenzhomöopathie wirken soll, können auch deren Anhänger nicht erklären. So hoch sind die Verdünnungen, dass sich im Medikament nicht ein einziges Wirkstoffmolekül nachweisen lässt. Jung-Professorin Witt hat das in ihrer Promotion selbst bewiesen: Mittels Massenspektroskopie untersuchte sie, wie sich homöopathische Medikamente physikalisch vom reinen Lösungsmittel unter- scheiden, in dem sie enthalten sein sollen. Ergebnis: gar nicht. "Das heißt aber nicht, dass Homöopathie nichts bewirkt", erklärt die Epidemiologin unverdrossen. "Man muss sie im Kontext erforschen, und das geht eben nicht nur mit placebokontrollierten Studien." So muss ein Homöopath seinen Patienten ausführlich befragen, ehe er die passenden Globuli hervorholt - der Kranke fühlt sich ernst genommen und erwartet allein deswegen Linderung. "Sehr viel Wirkung der Homöopathie ist auf andere Faktoren wie etwa den Kontext zurückzuführen", glaubt Witt, "die Arznei selbst macht nur einen kleinen Teil aus." Oder gar keinen. "Mit dieser Argumentation können Sie auch Aspirin verschreiben, wenn Sie vorher nett zum Patienten sind", sagt Edzard Ernst, der an der Universität von Exeter seit Jahren alternative Heilmethoden erforscht und Studien zum Thema bewertet. "In der Komplementärmedizin machen Forscher gern geltend, dass für sie die Regeln der Wissenschaft modifiziert werden müssten." In der Medizin dürfe es aber nicht zweierlei Standards geben. "Es gibt zu wenige gute Studien zu diesen Themen", sagt auch Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, "insofern ist es zu begrüßen, wenn sie auch an den Universitäten erforscht werden." Für An- hänger vieler Alternativmethoden dürfte das eher kein Grund zur Freude sein: "Wenn die Studien wissenschaftlich hochwertig sind, wird man ziemlich oft zu dem Schluss kommen müssen, dass viele Methoden nichts taugen." Il mittente di questo messaggio|The sender address of this non corrisponde ad un utente |message is not related to a real reale ma all'indirizzo fittizio|person but to a fake address of an di un sistema anonimizzatore |anonymous system Per maggiori informazioni |For more info [url down] Antworten Antwort an Autor Weiterleiten Diese Mitteilung bewerten: Text for clearing space Sie müssen sich anmelden, bevor Sie Nachrichten veröffentlichen können. Bevor Sie eine Nachricht posten können, müssen Sie zunächst dieser Gruppe beitreten. Bitte aktualisieren Sie vor dem Posten in den Abonnementeinstellungen Ihren Spitznamen. Sie haben nicht die erforderliche Berechtigung zum Posten. Betreff der Diskussion wurde in Artikel aus Spiegel 21-2008: Mit Nadeln und Kügelchen geändert" von Reinhard 2. Reinhard Profil anzeigen Weitere Optionen 19 Mai, 05:59 Newsgroups: de.alt.naturheilkunde Von: Reinhard <rba> Datum: Sun, 18 May 2008 20:59:30 -0700 (PDT) Lokal: Mo 19 Mai 2008 05:59 Betreff: Re: Artikel aus Spiegel 21-2008: Mit Nadeln und Kügelchen Antworten | Antwort an Autor | Weiterleiten | Drucken | Einzelne Nachricht | Original anzeigen | Entfernen | Diese Nachricht melden | Nachrichten dieses Autors suchen Hallo Schorsch ;-) On 19 Mai, 00:40, George Orwell <nob> wrote: > Mit Nadeln und Kügelchen > Die Berliner Charité richtet die erste Professur für "Komplementärmedizin" ein. <ähem> in Deutschland ,,, > Was haben Homöopathie und Qigong in der universitären Forschung zu suchen? weil sie sich bestens bewährt haben... Die Akupunktur bewährt sich z.B. seit 7000 Jahren und die Homöopathie seit 200 Jahren. Mit deutscher Gründlichkeit hat man mehrere medizinische Fachgebiete ignoriert, ja sogar bekämpft. Kneipp hat vor der Antibiotika-Ära mit seiner Therapie sogar die "unheilbare" Tbc geheilt. Bis heute hat niemand sich dafür ernsthaft interessiert, wie das eigentlich funktioniert. Nachdem wir heute wegen Antibiotika- Resistenz fast kein wirksames Antibiotikum mehr haben, wird es höchste Zeit, nach nichtmedikamentösen Alternativen zu suchen. Aus der schamanischen Pflanzenheilkunde bezog und bezieht die Industrie viele wichtige Wirkstoffe und Drogen. Ich erwähne mal nur Aspirin als einen der ersten und Taxol aus der Eibe (gegen Krebs) als einen der letzten Wirkstoffe. Die Ernährungsmedizin hat sich seit vielen Jahren als medizinisches Fachgebiet an mehreren Hochschulen etabliert. Man behandelt ernährungstherapeutisch seit langem sogar Krebskranke. Die ersten Ärzte, die das wagten, wurden in großen Schauprozessen massakriert. Nicht vieles ist bekanntlich wichtiger als die Ernährung. Da will man doch wissen, wie das im einzelnen funktioniert. Damit eng verbunden ist die Orthomolekulare Medizin des zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling mit sowohl großartigen Heilungs- Möglichkeiten, als auch Risiken. Das alles ist von der deutschen Staatsmedizin bisher nicht beachtet worden. Ich vermute, daß auch Kostengründe und die erschreckenden demographischen Aussichten, sowie die Krankenpflege und Hausmittel zur Selbstbehandlung eine Rolle spielen. Die Pharmaindustrie ist entschieden zu teuer für unsere Gesellschaft. Weil also ein ein starkes gesellschaftliches Bedürfnis besteht, daß sich Forschung, Lehre und Praxis ernsthaft mit der Komplementärmedizin beschäftigen, da wäre es doch unvernünftig, sich Ohren, Augen und Mund zuzuhalten und zu sagen: "Das alles wollen wir gar nicht wissen". Vielleicht hat sogar die Industrie nachgefragt und wollte endlich so einen Lehrstuhl haben. Die Industrie braucht vermutlich die meisten Fachleute, ohne daß solche bisher zur Verfügung stehen. Gruß Reinhard |
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#4
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Hallo Schorsch ;-)
On 19 Mai, 00:40, George Orwell <nob> wrote: > Mit Nadeln und Kügelchen > Die Berliner Charité richtet die erste Professur für "Komplementärmedizin" ein. <ähem> in Deutschland ,,, > Was haben Homöopathie und Qigong in der universitären Forschung zu suchen? weil sie sich bestens bewährt haben... Die Akupunktur bewährt sich z.B. seit 7000 Jahren und die Homöopathie seit 200 Jahren. Mit deutscher Gründlichkeit hat man mehrere medizinische Fachgebiete ignoriert, ja sogar bekämpft. Kneipp hat vor der Antibiotika-Ära mit seiner Therapie sogar die "unheilbare" Tbc geheilt. Bis heute hat niemand sich dafür ernsthaft interessiert, wie das eigentlich funktioniert. Nachdem wir heute wegen Antibiotika- Resistenz fast kein wirksames Antibiotikum mehr haben, wird es höchste Zeit, nach nichtmedikamentösen Alternativen zu suchen. Aus der schamanischen Pflanzenheilkunde bezog und bezieht die Industrie viele wichtige Wirkstoffe und Drogen. Ich erwähne mal nur Aspirin als einen der ersten und Taxol aus der Eibe (gegen Krebs) als einen der letzten Wirkstoffe. Die Ernährungsmedizin hat sich seit vielen Jahren als medizinisches Fachgebiet an mehreren Hochschulen etabliert. Man behandelt ernährungstherapeutisch seit langem sogar Krebskranke. Die ersten Ärzte, die das wagten, wurden in großen Schauprozessen massakriert. Nicht vieles ist bekanntlich wichtiger als die Ernährung. Da will man doch wissen, wie das im einzelnen funktioniert. Damit eng verbunden ist die Orthomolekulare Medizin des zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling mit sowohl großartigen Heilungs- Möglichkeiten, als auch Risiken. Das alles ist von der deutschen Staatsmedizin bisher nicht beachtet worden. Ich vermute, daß auch Kostengründe und die erschreckenden demographischen Aussichten, sowie die Krankenpflege und Hausmittel zur Selbstbehandlung eine Rolle spielen. Die Pharmaindustrie ist entschieden zu teuer für unsere Gesellschaft. Weil also ein ein starkes gesellschaftliches Bedürfnis besteht, daß sich Forschung, Lehre und Praxis ernsthaft mit der Komplementärmedizin beschäftigen. Da wäre es doch unvernünftig, sich Ohren, Augen und Mund zuzuhalten und zu sagen: "Das alles wollen wir gar nicht wissen". Vielleicht hat sogar die Industrie nachgefragt und wollte endlich so einen Lehrstuhl haben. Die Industrie braucht vermutlich die meisten Fachleute, ohne daß solche bisher zur Verfügung stehen. Gruß Reinhard |
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#5
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> Was haben Homöopathie und Qigong in der universitären Forschung zu suchen?
Man braucht etwas, was nichts nützt aber viel Geld bringt und die Lücke der verbotenen Orthomolekular- und Phytomedizin füllt. |
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#6
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Anonymous Sender wrote:
> "Es gibt zu wenige gute Studien zu diesen Themen", sagt auch Peter Sawicki, Leiter > des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, "insofern > ist es zu begrüßen, wenn sie auch an den Universitäten erforscht werden." Für An- > hänger vieler Alternativmethoden dürfte das eher kein Grund zur Freude sein: "Wenn > die Studien wissenschaftlich hochwertig sind, wird man ziemlich oft zu dem Schluss > kommen müssen, dass viele Methoden nichts taugen." Es gibt laengst genug Studien, nur sind deren Resultate irrelevant. Die meisten Patienten wollen gar nicht wissen, ob eine Wirkung objektiv bewiesen ist, weil es ihnen letztendlich nur aufs Glauben ankommt, und viele Behandelnde, die es zwar besser wissen, fragen sich, warum sie von diesem Patientenkreis nicht profitieren sollen. Daran werden auch -zig weitere Studien nichts aendern, denn selbst wenn irgendeine "Alternativmethode" durch Objektivierung an Popularitaet verlieren sollte, wird die naechste schon darauf warten, deren Stellung einzunehmen. |
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#7
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On 19 Mai, 16:25, Ursula Winkler <ursulawink> wrote:
> Anonymous Sender wrote: > > "Es gibt zu wenige gute Studien zu diesen Themen", sagt auch Peter Sawicki, Leiter > > des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, "insofern > > ist es zu begrüßen, wenn sie auch an den Universitäten erforscht werden." Dem kann man sich anschließen. Es geht nicht um Alternativen, sondern um Ergänzung. Ich habe eigentlich Vertrauen zur Charite - ganz im Gegensatz zum Spiegel. Ich erinnere da bloß an die vom Spiegel zu verantwortenden Hitler-Tagebücher. Es ist zu begrüßen, daß die Charite nun die Komplementärmedizin auf eine solidere Grundlage stellen will. Es gibt viel zu tun. Ich erinnere bloß an die Akupunktur-Studien gerac, die vielen Skeptikern wohl die Augen geöffnet haben. In den deutschen Krankenkassen scheint das Projekt dankbare Förderer zu finden. Reinhard |
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#8
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Reinhard schrieb:
> Ich erinnere da blo� an die vom Spiegel zu > verantwortenden Hitler-Tageb�cher. Das war der Stern, nicht der Spiegel! |
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#9
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Reinhard schrieb:
> um Ergänzung. Ich habe eigentlich Vertrauen zur Charite - ganz im > Gegensatz zum Spiegel. Ich erinnere da bloß an die vom Spiegel zu > verantwortenden Hitler-Tagebücher. Stern oder Spiegel, scheißegal, gell? Lars |
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#10
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On 19 Mai, 23:09, "Lars Braesicke" <braesi> wrote:
> > Stern oder Spiegel, scheißegal, gell? > > Lars Ja. Der eine ist so sensationslüstern wie der andere. Ich sehe auch im Fernsehen oft vergleichbare Sendungen. Nur die eigene Erfahrung hat den Vorzug absoluter Gewißheit. Der Einzelne hat es schwer, sich in den vielen teil kommerziellen Interessen zurecht zu finden, und weiß oft nicht, wen er nachplappern soll. Ich nehme an, daß auch die Ergebnisse von gerac dazu anregten, endlich mal die Grundlagen ordentlich zu lehren. Reinhard |
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#11
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Hallo allerseits,
On 19 Mai, 16:25, Ursula Winkler <ursulawink> wrote: > Anonymous Sender wrote: > > "Es gibt zu wenige gute Studien zu diesen Themen", sagt auch Peter Sawicki, Leiter > > des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, "insofern > > ist es zu begrüßen, wenn sie auch an den Universitäten erforscht werden." Da hat er völlig Recht. Es gibt aber auch viele Mittel und Methoden, die völlig unstrittig sind, während viele studienmäßig scheinbar exact begründete Mittel sich als Flop erwiesen haben. Ich erinnere mal nur an Contergan. Man müßte mal eine Studie über korrupte Ärzte machen. Für An- > > hänger vieler Alternativmethoden dürfte das eher kein Grund zur Freude sein: "Wenn > > die Studien wissenschaftlich hochwertig sind, wird man ziemlich oft zu dem Schluss > > kommen müssen, dass viele Methoden nichts taugen." Das soll mir Recht sein. Es kommt aber nicht nur auf sogenannte Studien an, die immerhin nur Teilaspekte beleuchten können, sodern vor allem auf de Grundlagen. > Es gibt laengst genug Studien, nur sind deren Resultate irrelevant. Die meisten > Patienten wollen gar nicht wissen, ob eine Wirkung objektiv bewiesen ist, weil es ihnen > letztendlich nur aufs Glauben ankommt, Sie haben Vertrauen zum Behandler und zum Hersteller. Contergan wurde seinerzeit von den Marketingspezialisten als besonders günstig für Schwangere empfohlen... Ich kaufe einen Kühlschrank auch lieber nach dem Herstellernamen. Das kann, wie man von Siemens weiß, auch schiefgehen. und viele Behandelnde, die es zwar besser > wissen, fragen sich, warum sie von diesem Patientenkreis nicht profitierensollen. > Daran werden auch -zig weitere Studien nichts aendern, denn selbst wenn irgendeine > "Alternativmethode" durch Objektivierung an Popularitaet verlieren sollte,wird die > naechste schon darauf warten, deren Stellung einzunehmen. Wenn du dabei an mystische Mittel wie Ukrain denkst, stimme ich dir zu. Ich hoffe, daß die Berliner nicht jedes einzelne Mittel beleuchten wollen. Das wäre tatsächlich sehr verwirrend. Wie das in seriösen Wissenschaften üblich ist, wird man vielleicht vom allgemeinen, gesicherten ausgehen. In der Ernährungsmedizin ist das gelungen. Die Komplementärmedizin ein sehr weites Feld. An Themen wird es nicht mangeln. Gruß Reinhard |
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#12
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On Mon, 19 May 2008 16:25:38 +0200, Ursula Winkler
<ursula.winkler> wrote: >Anonymous Sender wrote: >>Es gibt laengst genug Studien, nur sind deren Resultate irrelevant. Die meisten >Patienten wollen gar nicht wissen, ob eine Wirkung objektiv bewiesen ist, weil es ihnen >letztendlich nur aufs Glauben ankommt, und viele Behandelnde, die es zwar besser >wissen, fragen sich, warum sie von diesem Patientenkreis nicht profitieren sollen. >Daran werden auch -zig weitere Studien nichts aendern, denn selbst wenn irgendeine >"Alternativmethode" durch Objektivierung an Popularitaet verlieren sollte, wird die >naechste schon darauf warten, deren Stellung einzunehmen. Es ist öffentliche Geldverschwendung, an Methoden zu forschen, die schon theoretisch nicht funktionieren können. Mehr dazu: http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=118 http://scienceblogs.com/insolence/20...aggregator.php cu, Martin |
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#13
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Martin Gerken schrieb:
> Es ist öffentliche Geldverschwendung, Immer noch besser als eine geheime Geldverschwendung. > an Methoden zu forschen, die > schon theoretisch nicht funktionieren können. Was existiert ist wert, erforscht zu werden. Lars |
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