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Hannelore Goos schrieb:
> Am Sat, 31 May 2008 12:39:26 +0200 schrieb Sven Bötcher: > >> Was ne Lachnummer! >> Für wen macht sich Verdi denn stark ausser für das, was man >> medienwirksam verkaufen kann? > > Für die Bereiche, in denen es Mitglieder gibt, die sich engagieren. Wenn ich mich *selber* engagieren soll, wieso soll ich dann noch Verdi *dafür* bezahlen? >> Das gibt es so viele "Randgruppen", für >> die hat Verdi nicht einmal einen Fachbereich und wenn doch dann hat der >> keine Ahnung und ist nutz- und wirkungslos. > > Vielleicht weil es da nur Mitglieder gibt, die glauben, für den Beitrag > könnten sie sich das Engagement "kaufen"? Eine Gewerkschaft ist eine > Solidargemeinschaft, in der jeder a) Mitarbeit und b) Beitrag einbringt. > Eine Gewerkschaft ist kein Dienstleistungsunternehmen. Ach deshalb bin ich mit denen nicht klar gekommen. Ich dachte immer, dass ich für Bezahlung auch eine Leistung *erhalte* und nicht *erbringe*. Bye Sven |
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Tilman Hausherr schrieb:
> On Sat, 31 May 2008 12:39:26 +0200, Sven Bötcher > <svenwantsnospam> wrote: > >>> Und die Kriecher rausschmeißen aus der Gewerkschaft. >> Also die ganzen Funktionäre. Ich bin grade ausgetreten aus dem >> Kackverein. Das eine Prozent vom Jahresbrutto kann ich wirklich besser >> anlegen. Bekomme ich nämlich gar nicht wieder rein durch die 9 Cent pro >> Stunde, die sie in der letzten Tarifrunde für mein Gewerbe rausgeholt haben. > > In welcher Branche arbeitest Du? Lt. Verdi "Besondere Dienstleistungen". FB 13, dort wo man den ganzen Rest reingeknallt hat, der woanders nicht passte. Bye Sven |
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Ralf Kusmierz schrieb:
> > Die Kunde hört ich wohl - könntest Du das vielleicht auch mal belegen? > Da wäre erst einmal Konrad dran. Er hat die Aussage: "Es gibt sehr viele Produkte, die wir so gut und billig produzieren können wie sonst keiner auf der Welt, Exporte von 1 Billion € (2007) kommen ja nicht von ungefähr." in den Raum gestellt. Eine Beleg für die Aussagekraft des Exportumfangs bleibt er aber schuldig, weil er die systemische Umwelt nicht betrachten möchte. und nein: Ich gehe jetzt nicht in den Keller, krame die Unerlagen aus den Vorlesungen und Seminaren aus dem Themenbereich "Wirtschaft & Gesellschaft" raus und suche die dort angesprochenen Untersuchungen raus. Sorry, aber das ist mir für eine Usenet-Diskussion zu viel Aufwand. Wenn Du es mir ohne Beleg nicht glaubst macht mir das sehr wenig aus. Wenn Du sagst, 2+2 = 4 verlange ich ja auch keinen mathematisch schlüssigen Beweis von Dir. Zumindest vor wenigen Jahren wurde es an der Uni so gelehrt und meiner Meinung nach geht die Glaubwürdigkeit von Professoren innerhalb ihrer Lehrveranstaltungen und die Glaubwürdigkeit der entsprechenden Fachliteratur durchaus über die von Medien und Politikern hinaus. Es KANN auch sein, dass es heute anders ist, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass eine Statistik, die über Jahrzehte nicht (bzw. nur sehr unsauber) bereinigt wurde plötzlich ganz sauber ist. Gruß, Torsten |
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#94
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Joerg-Olaf Schaefers schrieb: >> Du hast seltsame Autarkieideen. Völlig natürlich lohnt es sich nicht, >> Dinge in D zu produzieren deren Produktion sich hier nicht lohnt. >> Es gibt sehr viele Produkte, die wir so gut und billig produzieren >> können wie sonst keiner auf der Welt, Exporte von 1 Billion ? (2007) >> kommen ja nicht von ungefähr. > Aehm. Wir exportieren nicht soviel, weil wir billig produzieren. > Ganz im Gegenteil, eigentlich. Und das ist Teil des Problems. >> Und dass wir uns keine Sorgen darüber >> machen sollten, zu importieren was hier nicht lukrativ produziert >> werden kann, zeigt ein Exportüberschuss von 200 Milliarden ?. > Doch, genau das sollte uns Sorgen bereiten. Genau das. Dieser "Export?schu? ist Voraussetzung daf?da?wir im Ausland Urlaub machen k?n und Entwicklungshilfe zahlen - Du verwechselst offenbar Handels- und Leistungs- bzw. Zahlungsbilanz. (Die Alternative zu - sinnvoller - Entwicklungshilfe sind Streitkr?eeins?e; man darf ? das Kosten-Nutzen-Verh?nis meditieren.) (Anderer Aspekt: Wenn wir auf Dauer nicht die Mittel f?ie Altersversorgung im Inland erwirtschaften k?n, dann mu?das offenbar das Ausland tun: Wir m?n also Kapital im Ausland bilden, damit wir sp?r von dessen Ertr?n (und damirt notwendigerweise verbunden mit einer negativen Handelsbilanz) leben k?n - wie, wenn nicht durch Export?sch?, sollen wir diese Investitionen denn finanzieren?) > Nichts gegen ein übersichtliches Weltbild, dieses Wirtschaftdings > ist ja auch furchtbar komplex. Aber, was bringt dich auf die Idee, > dass ein Missverhältnis zwischen Import-/Exportwirtschaft volks- > wirtschaftlich erstrebenswert ist? O. a. grunds?liche ?erlegungen vielleicht? > Tatsächlich ist das genau das Gegenteil der Fall und das Gefasel, > wir können es allein durch Exporte und Dienstleistungen behaupten, > nichts anderes als ein volkswirtschaftlicher Selbstmord aus Furcht > vor dem Tod. Du m?est dar? noch einmal nachdenken. > Warum das so ist, kann man sich in einer ruhigen Stunde gerne mal > überlegen (Stichwort: globales Nullsummenspiel). Oder hier bei Jens > Berger nachlesen: > [..] > --snip-- > [...] Da es in der globalen Gesamtwirtschaft aber keine Überschüsse und > kein Defizite gibt, muss der deutsche Exportüberschuss von anderen > Ländern auf ?Pump? finanziert werden. Schon falsch. Ein Zahlungsbilanzausgleich braucht nicht durch ein Handelsbilanzgleichgewicht zu erfolgen. Und eine Finanzierung "auf Pump" bedeutet, da?der Lieferant gegen? der Volkswirtschaft des Importeurs Forderungen erwirbt, also dort investiert - ein beiderseits offenbar sehr gew?hter Vorgang. (Die "Empf?erl?er" m?n nat?ch ggf. noch lernen bzw. begreifen, da?die Investoren das nicht aus reiner N?stenliebe tun, sondern daf?p?r entnehmbare Ertr? erwarten - irgendwelche "Schuldenmoratorien" laufen diesen Verzinsungsideen eher zuwider.) > Wer weiterliest (oder gar das besprochene Buch) versteht auch, warum > es im Grunde eine ziemlich gute Idee ist, nicht nur Milchbauern ange- > messen zu bezahlen, anstatt die eigene Binnenwirtschaft suzessive durch > die Paradigmen eines (angeblich) globalisierten Weltmarktes (das mit > dem Protektionismus haben andere besser drauf) zerstören zu lassen. Milchbauern sind wie alle Branchen durch Weltmarktpreise ausreichend bezahlt. Es ist und bleibt eine d?iche Idee, im Inland Wirtschaftsleistungen zu erbringen, die von anderen wirtschaftlicher geleistet werden k?n (meistens jedenfalls: <http://de.wikipedia.org/wiki/Komparativer_Kostenvorteil>). > PS: Setzt bitte ein follow'up in eine thematisch passende Gruppe. In einer "thematisch passenden Gruppe" schrieb ich neulich: "Die Alternative ist ganz einfach: Entweder arbeiten deutsche AN (und zwar auf die Dauer alle) zu chinesischen Lohnh?, oder sie arbeiten gar nicht, weil dann n?ich die Chinesen deren Arbeit machen. Und das ist genau dann der Fall, wenn die Entwicklungsl?er die Wettbewerbsvorteile der entwickelten L?er (im wesentlichen Ausbildungsstand und Infrastruktur) aufgeholt haben. Und weil auf die Dauer nicht die Mittel vorhanden sind, um die arbeitsunwilligen deutschen AN zu alimentieren, werden die automatisch China-L? akzeptieren, schlicht deswegen, um nicht zu verhungern." (<news:g1rks0$i1g$1>) > Hier ist die Diskussion längst offtopic. Das sehen diverse Diskutanten und Gau-Bauernf?r offenbar anders. Gru?aus Bremen Ralf |
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#95
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begin quoting, Jo Tin schrieb: >> Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Betrieb Milchvieh hält, wenn >> ihn das ständig Verluste einespielt. Ich kann ir insbesondere nicht >> vorstellen, wie man noch zusätzliche Kosten (angekaufte Milchquote) >> auf sich nimmt um noch mehr Verlust einzuspielen. Entweder sind die >> Milchbauern dümmer als jedes Milchmädchen und gehören entmündigt oder >> sie lügen mit diesen Verlustbehauptungen, dass sich die Balken biegen. >> Eine dritte Erklärung sehe ich nicht. > Vielleicht dass sie von der Substanz leben. > Evtl. muss eigentlich einiges erneuert werden (Traktor, Stall, Melkanlage..) > man schiebt es aber immer auf wegen zu wenig Geld. Und was macht ein verantwortungsbewu?er Untenehmer, wenn er sieht, da?er langfristig nicht wirtschaftlich (=rentierlich) arbeiten kann? Richtig: den Laden dicht! > Im übrigen kann jeder das sehen wie er es will. Es ist doch niemand > gezwungen die Milch zu diesem Preis zu kaufen, wenn die Milch den von den > Bauern geforderten Preis wert ist, werden die Abnehmer darauf eingehen, > wenn nicht dann eben nicht. Da hast Du offenbar etwas grunds?lich mi?erstanden: In praktisch allen Wirtschaftsbereichen sind die Nachfrager bereit, u. U. wesentlich mehr zu bezahlen als den aktuellen Marktpreis. Der Sinn der Wettbewerbswirtschaft besteht aber gerade darin, die Ausnutzung dieser Abh?igkeit durch Anbietermonopole (oder -kartelle), die den Preis auf den Cournotschen Punkt treiben, zu verhindern, und einen Gleichgewichtspreis am Markt zu etablieren, der auf beiden Seiten zu einem Wohlstandsoptimum f?. Und das wird nat?ch dadurch verhindert, wenn man anderen, weitaus billigeren Anbietern den Marktzutritt nicht gestattet. Auf deutsch gesagt: Diejenigen Mittel, die die europ?chen Bauern als Agrarsubventionen hinten reingeschoben bekommen, fehlen anderswo sehr schmerzlich. Da haben offenbar ein paar Ewiggestrige die Zeichen der Zeit verschlafen: Subventionsabbau und Freihandel hei? die Devise. Esist ohnehin unverst?lich, da?die WTO den europ?chen Agrarprotektionismus schon so lange hinnimmt - er schadet beiden Seiten, und die entsprechenden Argumente dagegen haben schon an die zweihundert Jahre auf dem Buckel. > Hier die Bauern als Gierhälse zu betiteln finde ich doch etwas seltsam. Ich > kann nicht erkennen dass sie sich so unendlich viel leisten können. Gönnt > ihr ihnen den Mercedes nicht, jeder Mittelständische Betrieb hat mehrere > davon, und muss nicht Samstag und Sonntag dafür arbeiten. Ihnen sei alles geg?, was sie erwirtschaften k?n - unter Ber?ichtigung der Belange des Naturschutzes und vor allem unter globalen Wettbewerbsbedingungen. Aber f?in deutschland- oder gar europaweites Agrarmuseum ist nicht mehr der Platz und fehlen vor allem die Mittel. > Woher kommt dieser Hass auf die Bauern? Von deren Habgier? > Wenn Strom, Gas, Benzin, Heizöl, > Auto, Urlaub..... teurer werden jammert man mal eben, es wird aber > anstandslos bezahlt (und einiges davon ist unumgänglich), wegen 5-10 Cent > bei der Milch wird aber ein Zwergenaufstand veranstaltet (ihr müsst die > Milch doch gar nicht kaufen). Richtig: Milch mu?man nicht kaufen (Eltern m? es anders sehen). Das ist aber keine Entschuldigung f?onopolistische Gewinnmaximierung auf Kosten der Volkswirtschaft. > Was wird wohl passieren wenn die Bauern tatsächlich 5 Cent mehr bekommen. Sie werden nicht mehr bekommen, eher weniger. Die Aktion ist ein gewaltiger Rohrkrepierer. > Ich denke Aldi und Co werden sich dann eben 10 Cent gönnen. Das kann man so nicht sagen: U. a. auch die Milchpreise sind (wie z. B. auch Schokoladenpreise) Signalpreise. Die Einzelh?ler haben hauts?lich das Interesse, den Kunden auch in den Laden zu bekommen, da legen sie ggf. bei Produkten, an denen sie ohnehin nur wenig verdienen, ein wenig drauf. Es ist also tats?lich nicht vorherzusagen, wie sich die Preise entwickeln. Wovon reden wir denn? La?mal ein Kind t?ich einen halben Liter Milch verbrauchen, das sind dann 15 l pro Monat, oder bei vier Kindern 60 l. Und wenn jetzt das Liter 20 Cents mehr kostet, dann zahlt die "kinderreiche Familie" also 12 Euro monatlich oder 144 Euro j?lich mehr - unter Ber?ichtigung von 7.692 Euro Kindergeld macht das davon 1,87 % aus - nicht so extrem wenig, aber auch nicht ?m?g viel. Nur: Der Milchpreis mag in Zukunft 70 Cents betragen - ohne den europ?chen Agrarprotektionismus l? er bei 40 Cent, und das sind bei vier Kindern dann schon 216 Euro pro Jahr Unterschied, und ? ziemlich viele Familien "l?ert" sich das. Sollten uns das die Museumsbauern wert sein? Ich denke, nicht. (Hoffe, ich habe mich nicht verrechnet.) Alternativen, au?r dem Freihandel? Aber sicher doch: Wir haben ein Millionenheer von wenig qualifizierten Arbeitslosen. Verstaatlichen wir die Milchwirtschaft doch einfach durch die Bildung landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften, nutzen die Skaleneffekte von Gro?etrieben und lassen die durch Arbeitnehmer betreiben, und die Milch wird dann zu staatlich festgesetzten Einheitspreisen an Endverbraucher abgegeben. Kommt Dir bekannt vor? Funktioniert auch hervorragend! (Und wer w?t wohl nicht Die Linke?) Gru?aus Bremen Ralf |
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#96
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Detmar Kleensang schrieb: >> Woher kommt dieser Hass auf die Bauern? Wenn Strom, Gas, Benzin, Heizöl, >> Auto, Urlaub..... teurer werden jammert man mal eben, es wird aber >> anstandslos bezahlt (und einiges davon ist unumgänglich), > Ergänzung: es wird gestreikt, bis man mehr Gehalt bekommt. Oder gar keines mehr, wenn der betrieb n?ich wegen zu hoher Kosten zugemacht wird, s. Nokia in Bochum. Gru?aus Bremen Ralf |
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#97
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On Sun, 01 Jun 2008 01:14:14 +0200, Detmar Kleensang <detmar>
wrote: >Tilman Hausherr schrieb: > >> Kartell ist wenn Anbieter sich zusammenschliessen um Preise abzusprechen >> zum Nachteil der Käufer. Genau das versuchen die Bauern. > >Und trifft somit eben nicht auf die Bauern zu. Denn die bieten den >Käufern ja nichts an. ??? |
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#98
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Tilman Hausherr schrieb:
> On Sun, 01 Jun 2008 01:14:14 +0200, Detmar Kleensang <detmar> > wrote: > >> Tilman Hausherr schrieb: >> >>> Kartell ist wenn Anbieter sich zusammenschliessen um Preise abzusprechen >>> zum Nachteil der Käufer. Genau das versuchen die Bauern. >> Und trifft somit eben nicht auf die Bauern zu. Denn die bieten den >> Käufern ja nichts an. > > ??? > Aua. Dich mal zärtlich mit der Nase in die Milch dippe ;-) Es geht hier doch wohl immernoch um den Milchstreik, oder habe ich eine Themaänderung nicht mitbekommen? Und? Bieten die Bauern den Meiereien noch Milch zum Verkauf an? Die meisten nicht mehr. Ergo sind die Bauern aktuell _keine_ Anbieter mehr. Es werden auch keine Absprachen über Preise abgehalten. Es werden lediglich neue Preisverhandlungen erzwungen. Wobei: *erzwungen* ja eigentlich auch nicht, denn es steht den Meiereien und dem Einzelhandel schließlich frei, den Milchlieferboykott zu ignorieren und einfach keine Milch mehr einzulisten. Wenn angeblich eh niemand mehr Milch kaufen will wäre das doch eine vernünftige unternehmerische Entscheidung. Jedenfalls zieht Dein "Argument" von der Kartellbildung im Falle der Bauern sowie ihres Milchlieferboykotts glatt NULL. Jetzt kapiert? Detmar |
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#99
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On Sun, 01 Jun 2008 15:01:19 +0200, Detmar Kleensang <detmar>
wrote: >Konrad Wilhelm schrieb: > >Hast Du das System der Quotenregelung verstanden? >Die Quote liegt nicht in den Händen der Bauern. Die wird von Brüssel >vorgegeben. Wenn Dir daran etwas nicht passt, beschwere Dich da und >nicht beim Bauern! >Die Quote wird ermolken. Genau das ist der Fehler! Ich schrieb doch: unterhalb der Quote produzieren, Quote verfallen lassen. Die Quote ist doch von Brüssel nicht gemacht um ausreichende Milchpreise sicher zu stellen, sondern um den Butterberg abzubauen, um die Subventionen für Überproduktion in Grenzen zu halten. Die Marktpreisgestaltung müssen die Landwirte schon selbst in die Hand nehmen: wenn es nicht rentabel ist wird es auch nicht gemacht. Milchproduktion ist doch eine Sparte, die sich ziemlich kurzfristig runter und wieder rauf fahren lässt, in wenigen Jahren. >Wenn hier weniger produziert wird, dann in >Italien oder sonstwo entsprechend mehr. An der gesamten auf dem Markt >befindlichen Milchmenge ändert sich rein gar nichts! Wenn die Italiener zu den derzeitigen Marktpreisen rentabel produzieren können, dann muss man denen eben die Milchproduktion überlassen. Wir haben doch auch nicht den Ergeiz, unrentabel Ananas oder Orangen oder Bananen zu produzieren, oder, um weniger exotisch zu sein, Hartweizen. >Nicht, solange >Brüssel nichts anderes beschließt. Die Brüssler Beschlüsse legen eine Obergrenze fest. Kein Landwirt ist gezwungen, tatsächlich so viel zu produzieren. >Und wer verzichtet bitteschön freiwillig auf Geld, das er einehmen >könnte? Jetzt versteh ich aber überhaupt nichts mehr! Es geht doch nicht um Gewinne sondern um Verluste, oder? Jedes einigermaßen vernünftige Unternehmen trennt sich von verlustreichen Sparten, warum denn dann nicht die deutschen Bauern? Oder ist das ganze Gerede von Verlusten eben doch nur ein gewaltiges Lügengebilde und tatssächlich werden doch Gewinne erzielt? >Du? Ich bleibe mal bei meinem Beispiel von VW: Ja, ein gutes Beispiel! Die haben mit immensen Kosten den 2-l-Lupo entwickelt. Als der dann aber keine Gewinne einfuhr hat man die Produktion sehr schnell wieder eingestellt. > >Und woher sollen die Bullen, die Du gemästet sehen willst, was sich im >übrigen auch nicht wahnsinnig lohnt, jedenfalls nicht als >Alleinverdienst, herkommen wenn die Kühe abgeschafft worden sind? >Wachsen die auf Bäumen? Nein, hast du doch weiter oben schon geschrieben: aus Italien. >Du quatschst hier fortlaufend einen Käse zusammen ohne Dir mal fünf >Sekunden Gedanken zu dem Stuss zu machen, habe ich langsam den Verdacht. >Denke doch bitte ersteinmal nach. Du blamierst Dich doch so nur. Was ist? Bist du argumentativ am Ende, so dass du jetzt mit persönlichen Beleidigungen weiter machen musst? Was kommt dann als nächster Schritt? Blockierst du mit deinem Trecker meine Garage? k. |
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#100
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On 1 Jun., 15:46, Ralf Kusmierz <m...@privacy.invalid> wrote:
> Milchbauern sind wie alle Branchen durch Weltmarktpreise ausreichend > bezahlt. Es ist und bleibt eine dümmliche Idee, im Inland > Wirtschaftsleistungen zu erbringen, die von anderen wirtschaftlicher > geleistet werden können Ich bin jetzt nicht wirklich ein Experte auf dem Gebiet der weltwirtschaftlichen Kreislaeufe, aber in meiner Naivitaet scheint mir Deine Argumentation deutlich zu kurzsichtig: Den aktuellen Stand zugrundegelegt wirken Deine Thesen plausibel. Ich gebe jedoch zu bedenken: "Weltmarktpreise" werden ueber kurz oder lang moeglicherweise kein entscheidendes Kriterium mehr sein. Denn in 10 bis 30 Jahren (die Prognosen variieren da je nach Quelle ein wenig, sind sich aber im Prinzip einig) wird das Oelfoerdermaximum ueberschritten sein, und spaetestens dann werden die Transportkosten und nicht mehr die Herstellungskosten einen "Weltmarktpreis" bestimmen. Und _dann_ eine neue, eigene Infrastruktur wiederaufzubauen, z.B. in der Landwirtschaft, weil sich Selber-Produzieren langsam doch wieder lohnt, das _kann_ nicht billiger sein als eine bestehende zu bewahren, oder? Eine vollstaendige Autarkie im Sinne einer landwirtschaftlichen Selbst- versorgung wird freilich nicht möglich sein. Aber den Bedarf gerade an Grundnahrungsmitteln im eigenen Lande moeglichst weitgehend konkret zu sichern ist vielleicht (momentan noch) nicht billiger, aber IMHO wesentlich zukunftssicherer als sich von einem abstrakten und von gewinnorientierten Spekulanten abhaengigen Weltmarktpreis zu orientieren. Meinjanur. Wolfgang |
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#101
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On Sun, 01 Jun 2008 14:51:28 +0200, Jo Tin <joti1234>
wrote: >Hallo, > >Konrad Wilhelm wrote: >> >Niemand produziert ganz bewusst Verluste zumindest nicht absichtlich. Wenn der Landwirt abends seine Buchführung macht und feststellt, dass er mit jedem Liter Milch die er produziert 10 Cent Verlust macht und er geht morgens in den Stall, füttert und melkt, dann müsste er schon morgens sinnlos besoffen sein wenn er nicht ganz bewusst und absichtlich verlustbringende Milch produziert. Wenn du mir jetzt erklärst, die Bauern handeln nicht rational sondern machen das weil -sie es dem Öhni auf dem Sterbebett versprochen haben -sie es schon immer so gemacht haben -doch da jederkommen könnte -das ja noch schöner wär -sie es der heiligen Maria von Gundelfingen gelobt haben dann kann ich das verstehn. Aber das sind eigentlich alles keine Gründe dafür, dass ich 20 Cent mehr für eine Tüte Milch bezahlen soll. k. |
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#102
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Hallo
Ralf Kusmierz schrieb: > Der Aufwand läßt sich direkt am (Hersteller-)Verkaufspreis ablesen: > Milch kostet 20-25 Cent pro Liter aus der Kuh (weil Kühe nämlich > praktisch nichts kosten: sie laufen selbständig auf der Wiese rum und > düngen sie und mähen sie ab, oder man kippt ihnen Heu vors Maul, und > irgendwann kann man sie sogar noch als Steaks usw. verkaufen), der > Aufwand (Melkanlage, Veterinär) hält sich also sehr in Grenzen. > Langfristig kann nämlich kein Anbieter unter Gestehungskosten > produzieren, also haben die 20+ Cent schon ihre Richtigkeit. Kannst Du Deinen Phantasiewert irgendwie belegen? Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchbauern Romuald Schaber spricht von 43 Cent Kosten pro Liter Milch. Cu Gerhard Mayer |
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#103
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Konrad Wilhelm schrieb:
> On Sun, 01 Jun 2008 15:01:19 +0200, Detmar Kleensang <detmar> > wrote: >> Genau das ist der Fehler! Ich schrieb doch: unterhalb der Quote > produzieren, Quote verfallen lassen. Die Quote ist doch von Brüssel > nicht gemacht um ausreichende Milchpreise sicher zu stellen, sondern > um den Butterberg abzubauen, um die Subventionen für Überproduktion in > Grenzen zu halten. Die Marktpreisgestaltung müssen die Landwirte schon > selbst in die Hand nehmen: wenn es nicht rentabel ist wird es auch > nicht gemacht. Milchproduktion ist doch eine Sparte, die sich ziemlich > kurzfristig runter und wieder rauf fahren lässt, in wenigen Jahren. Runterfahren ja, aber nicht mal eben so wieder rauffahren. So wie es mit vielen landwirtschaftlichen Produktionsfeldern ist: Aufhören kann man leichter als wieder anzufangen. Denn willst Du die Milchproduktion wieder hochfahren, musst Du erstmal Kühe dazukaufen. Bis Du das Geld wieder raus hast kann der Milchpreis längst wieder verfallen sein. Deshalb ist es einfacher und wirtschaftlich sinnvoller, die Produktion auf einem durchschnittlichen Level zu halten und auf langfristige Preisstabilisierung hinzuarbeiten. Und erspare uns allen bitte Deine ewigen Parolen von Butterbergen, Milchozeanen und dergleichen. Soetwas gibt es seit langem nicht mehr. Wieso sollte Brüssel denn bitteschön die letzten Jahre lang immer wieder die Quote aufstocken? Damit der Überfluss noch größer wird? > >> Wenn hier weniger produziert wird, dann in >> Italien oder sonstwo entsprechend mehr. An der gesamten auf dem Markt >> befindlichen Milchmenge ändert sich rein gar nichts! > > Wenn die Italiener zu den derzeitigen Marktpreisen rentabel > produzieren können, dann muss man denen eben die Milchproduktion > überlassen. Wir haben doch auch nicht den Ergeiz, unrentabel Ananas > oder Orangen oder Bananen zu produzieren, oder, um weniger exotisch zu > sein, Hartweizen. Nein, können die Iatliener nicht. Weshalb glaubst Du, das sie auf Deibel komm raus produzieren? Damit die Herstellungskosten in der Masse einen kleineren Anteil einnehmen. So wie es jeder in jeder Branche tut. Oh Mann, hast Du das immernoch nicht kapiert? >> Nicht, solange >> Brüssel nichts anderes beschließt. > > Die Brüssler Beschlüsse legen eine Obergrenze fest. Kein Landwirt ist > gezwungen, tatsächlich so viel zu produzieren. Ich sagte schon, das auch VW nicht gezwungen ist, so viele Auto zu bauen. Warum tun sie es trotzdem? Die könnten ja auch mehr Geld mit weniger, aber besseren Autos verdienen. Wenn Deine Ansicht vom Funktionsprinzip der Wirtschaft stimmen würde... >> Und wer verzichtet bitteschön freiwillig auf Geld, das er einehmen >> könnte? > > Jetzt versteh ich aber überhaupt nichts mehr! Ja, das merke ich schon seit längerem. > Es geht doch nicht um Gewinne sondern um Verluste, oder? Ja. > Jedes einigermaßen vernünftige Unternehmen trennt sich von > verlustreichen Sparten, warum denn dann nicht die deutschen Bauern? Nein, das tun eben längst nicht alle. Solarmodule werden auch noch hergestellt, obwohl das völlig unrentabel wäre ohne Subventionen. Und man hat selbst wenn man sich z.B. von der Milchsparte trennen würde noch die Kosten für die Stallgebäude und -technik. Und da eine Umnutzung, also die Nutzung eines Stallgebäudes z.B. als Wohnmobilgarage, nicht bewilligt wird solange die Abzahlung (meist über 30 Jahre) läuft hat man keine Chancen, diese Verluste auch nur irgendwie wieder einzuspielen. Würdest Du Dich von einem Betriebszweig trennen, der bestenfalls plusminusNull läuft, Du aber die Kosten trotzdem noch für 10 bis 20 Jahre tragen müsstest? > Oder ist das ganze Gerede von Verlusten eben doch nur ein gewaltiges > Lügengebilde und tatssächlich werden doch Gewinne erzielt? Nein. Zum x-ten Male. Wenn man _keinerlei_ Lohn für die Arbeit berechnen würde, dann bleiben vielleicht grad mal ein paar Euro über. Aber es stehen nunmal zwangsläufig regelmäßig Investitionen an. Und die müssen von irgendwas bezahlt werden. Ein Stallgebäude steht auch nicht immer 150 Jahre lang. Und ein Schlepper ist nach 6 bis spätestens 12 Jahren auch durch mit dem Thema. Und für all diese Dinge sind die Kosten in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Von was sollen diese Dinge bezahlt werden? >> Du? Ich bleibe mal bei meinem Beispiel von VW: > > Ja, ein gutes Beispiel! Die haben mit immensen Kosten den 2-l-Lupo > entwickelt. Als der dann aber keine Gewinne einfuhr hat man die > Produktion sehr schnell wieder eingestellt. Mein Beispiel, das Du hier netter Weise nicht mit aufführst, stimmt Deiner Methodik nach genauso. >> Und woher sollen die Bullen, die Du gemästet sehen willst, was sich im >> übrigen auch nicht wahnsinnig lohnt, jedenfalls nicht als >> Alleinverdienst, herkommen wenn die Kühe abgeschafft worden sind? >> Wachsen die auf Bäumen? > > Nein, hast du doch weiter oben schon geschrieben: aus Italien. Bruhaha. Na schönen Gruß an die Tierschutzvereine. Wende Dich bitte mit dem Vorschlag mal an die. Die werden Dir schon zeigen, wo der Frosch die Locken hat. Du kannst nicht mal eben lebendes Vieh über 100e und 1000e Kilometer verfrachten. >> Du quatschst hier fortlaufend einen Käse zusammen ohne Dir mal fünf >> Sekunden Gedanken zu dem Stuss zu machen, habe ich langsam den Verdacht. >> Denke doch bitte ersteinmal nach. Du blamierst Dich doch so nur. > > Was ist? Bist du argumentativ am Ende, so dass du jetzt mit > persönlichen Beleidigungen weiter machen musst? > Was kommt dann als nächster Schritt? Blockierst du mit deinem Trecker > meine Garage? Nein, Argumente habe ich reichlich. Nur bist Du weder gewillt, sie zur Kenntnis zu nehmen geschweige denn (anscheinend) sie zu begreifen. Also ist es völlig vergebene Liebesmüh, Dir noch irgendwas beibringen zu wollen. Völlig uneinsichtige und unbelehrbare Menschen ignoriere ich für gewöhnlich. Ich verstehe ja, das nicht jeder von allem Ahnung haben kann. Wer nicht gewillt ist etwas dazuzulernen... Solchen Quatsch mag ich zwar auch nicht stehen lassen, aber wenn jemand so vehement neben der Spur liegt... Bye bye, Detmar |
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#104
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Detmar Kleensang schrieb:
> Die Lieferverträge der Meiereien sehen eine Kündigungsfrist von 6 > Monaten bis zu 2 Jahren vor. Jedenfalls die, die mir untergekommen sind. > Und dann muss der Bauer auch noch eine Meierei finden, die gewillt ist, > ihn aufzunehmen. Schön; das ändert sich ja jetzt, wo keiner mehr produziert. |
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#105
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Jens Müller schrieb:
> Andreas Bockelmann schrieb: >> Jens Müller schrieb: >> >>> Zumindest der Betrieb von Pferdefuhrwerken ohne Pferde wird doch >>> massiv subventioniert. >> >> Von wem? > > Vom Steuerzahler, zB durch Straßenbau. Dem Mineralölsteuerzahler? Dem KFz-Steuerzahler |
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