hilpers


  hilpers > alt.* > alt.fan.aldi > 06/2008

 #46  
31.05.2008, 17:14
Detmar Kleensang
Werner Baumschlager schrieb:
> Detmar Kleensang wrote:
>
>> Von Dienstleistung alleine kann ein Land nicht leben. Es kann nicht
>> jeder für jeden anderen etwas "dienstleisten".

>
> Das stimmt sicher nicht. Erstmal stellt sich die Frage,
> nach welchem Merkmal du Tätigkeiten überhaupt in
> "Dienstleisten" und "Produzieren" einteilst, und dann
> wäre die Frage, warum das eine irgendwie "minderwertiger"
> sein sollte, als das andere.


Erstmal: minderwertiger ist es nicht.
Dienstleistung ist ganz grob gesagt für mich etwas, das jeder
prinzipiell selber machen könnte, nur eben nicht tut aus Faulheit oder
weil es unbequem ist oder weil man seine eigene Zeit nicht dafür
"verschwenden" möchte oder wasweißich.
Produktion ist, wo etwas hergestellt wird, das nicht jeder selber
herstellen könnte. Etwas, wo eine Ware gegen Finanzmittel getauscht werden.
Nun könnte man sagen, als Dienstleister stelle ich die Ware als mein
Hirn zur Verfügung und bekomme dafür Geld. Das Hirn war aber schon
vorher da und der Kunde wird sicherlich auch eines haben. Das neue Auto
oder hier z.B. die Milch eben nicht und nicht jeder _kann_ sich das
selber herstellen.

Mal so ganz grob meine persönliche Defintion.

Detmar
 #47  
31.05.2008, 17:23
Detmar Kleensang
Otto Adam schrieb:
> Tilman Hausherr schrieb:
>> Diue Bauern als daemlich hinzustellen, halte ich doch fuer uebertrieben.

>
> Jeder Wirtschaftstreibende wird das produzieren, was er kann und wofuer
> er Geld kriegt.
>
> Wenn es Geld vom Staat oder der EU fuer die Produktion von (bloederes
> Beispiel faellt mir grad nicht ein:) Pferdefuhrwerken gibt, wird sich
> wer finden, der die produziert, egal ob die wer haben will.


Richtig.
Wären AKWs ein besseres Beispiel? Atomstrom will auch kaum jemand mehr
haben und trotzdem wird er hergestellt und bezahlt.
Oder VW? Die bauen auch Autos, obwohl japanische PKWs günstiger sind.
Und bezahlt werden deutsche Autos auch nach wie vor.
Oder, ach was solls. Wieder eine Liste, die sich unbegrenzt fortsetzen
ließe.
Sind die auch alle grenzenlos dämlich?
Wenn dem so ist und die alle aus Deutschland verschinden sollen, was
bleibt dann noch?

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel

Detmar
 #48  
31.05.2008, 17:37
Ralf Kusmierz
X-No-Archive: Yes

begin quoting, Thomas Flaig schrieb:

> Wirklich?


In der Tat: VK = Marktpreis plus Molkereibearbeitung plus (schmaler)
Handelsgewinn.

> Das Problem ist wohl, dass es bei Milch keine hippen Marken (gut außer
> Müllermiclh vielleicht) gibt, wie bei anderen Softgetränken.


Wieso ist das ein Problem? (Und natürlich gibt es "aufgepeppte"
Milchprodukte, zudem schreibt jede Molkerei auf die Packungen, daß
ihre Milch die beste, schönste und größte ist. Ich komme sicher auch
ohne Milchprodukte aus, aber ich kaufe manchmal bei Lidl Trinkjoghurt
mit chemischen Aromen usw.: mal schauen - 89 Cent für 0,7 l (750 g,
0,9 % Fett); ganz schön teuer, das Zeuxx.)

> Das Wasser muß aus Frankreich kommen, darf gut und gerne 1,50
> EUR/Flasche aus (wohl 1.5 Liter Flasche, also 1EUR/Liter). [Quelle:
> [..] , das erste was google
> ausgespuckt hat, wie es mit realen Marktpreisen ausschaut weiß ich
> nicht, weil ich dieses Modewasser nicht trinke.].
> Zuckerhaltiges Wasser, aka Limoade oder Cola, sollte auf einen ähnlichen
> Preis kommen, wenn die "richtige" Marke draufsteht.


Ja, und? Ich zahle für meine Zuckerbrause 26 Cent pro Liter, und viele
andere offenbar auch. Doppelt so viel für Milch mit nicht wesentlich
höherem Nährwert zu bezahlen finde ich aber ok.

> Wir waren beim thema Milchpreis:
> Wie schaut der Aufwand, ein Liter Milch "herzustellen" im Vergleich zu
> dem Aufwand ein Liter Wasser/Limonade o.ä. herzustellen?


Der Aufwand läßt sich direkt am (Hersteller-)Verkaufspreis ablesen:
Milch kostet 20-25 Cent pro Liter aus der Kuh (weil Kühe nämlich
praktisch nichts kosten: sie laufen selbständig auf der Wiese rum und
düngen sie und mähen sie ab, oder man kippt ihnen Heu vors Maul, und
irgendwann kann man sie sogar noch als Steaks usw. verkaufen), der
Aufwand (Melkanlage, Veterinär) hält sich also sehr in Grenzen.
Langfristig kann nämlich kein Anbieter unter Gestehungskosten
produzieren, also haben die 20+ Cent schon ihre Richtigkeit.

Limonade: Zucker ist teuer, CO2 auch.

>> (Und die dann unrentabel gewordenen Umweltzertörungsbetriebe endlich
>> stillegen.)

> Auf dass die Bergalmen nichtmehr bewirtschaftet werden!


Mal abgesehen davon, daß die wohl kaum ökonomisch ins Gweicht fallen:
Warum nicht?

> Unrentabel => brauchen wir nicht !?


Richtig.

> Gut ob die beralmen wirklich eine Kulturlandschaft erhalten und zu deren
> Pfelge beitragen, oder evtl. zur Erosin beitragen ist wieder ein anderes
> Thema.


Mag sein.

> Aber das kann man ja dann feststellen, wenn die Almen nichtmehr
> betrieben werden, oder?


Das kann man sicher auch anders feststellen. Aber es ist wirklich
absurd, mit Bergalmen zu argumentieren: Es geht um den Urwald in der
norddeutschen Tiefebene, den die Bauern zerstört haben, und dessen
Wiederaufwuchs (dauert so 20-100 Jahre, schätze ich) sie derzeit
beharrlich mit halbseidenen fadenscheinigen Argumenten verhindern. Die
Heide ist auch eine "Kulturlandschaft", aber als solche sicher nicht
schützenswert und viel besser durch das natürliche Original zu
ersetzen.

Es ist schon ganz interessant, daß die Milchbauern auf die Jammertour
machen ("Buhuu, heul, gebt uns mehr Geld, sonst können wir keinen
neuen Mercedes kaufen...") und sich nicht mehr trauen, die
Nährstandsideologie aus der NS-Mottenkiste zu holen - *dafür* hätten
sie mit ihren widerlichen Kamikazeaktionen dann nämlich so richtig
Prügel bezogen. Im Gegensatz zu diesem bigottenn blaphemischen
Landvolk hat die kultivierte Stadtbevölkerung nämlich sehr wohl ein
Gefühl dafür, daß man Brot (bzw. Milch) nicht wegwirft - für die ist
das nämlich keine beliebige Handelsware, sondern ein wertvolles Gut,
für das man schwer arbeiten muß, um es kaufen zu können.

Aber die Damen und Herren Landwirte kippen die Milche lieber zusammen
mit der Jauche auf die Felder, anstatt sie den Kindern zu trinken zu
geben.

Jawoll, ist notiert! Daß das *sehr* unklug war, werden die schon noch
merken, und zwar bald.


Gruß aus Bremen
Ralf
 #49  
31.05.2008, 17:48
Ralf Kusmierz
X-No-Archive: Yes

begin quoting, Detmar Kleensang dummfugte:

>>> Staatlich subventioniert werden sie doch nur deshalb, weil die Preise
>>> für den Verbraucher so niedrig gehalten werden sollen.

>> Och, laß mal stecken: Ich brauche keine subventionierten Preise, ich
>> zahle gerne die Weltmarktpreise freiwillig.
>> Soweit zum Thema "war wohl nix".

> Richtig. War wohl nix. Da will ich sehen, wer hier was zu
> Weltmarktpreisen bekommt, wenn nichts mehr selbst hergestellt wird und
> nur noch alles aus dem Ausland hereinkommen soll.


Das will er ganz bestimmt nicht sehen.

> Da spricht alleine schon das hier so oft zitierte Gesetz der
> Marktwirtschaft dagegen.


Und was "Marktpreise" sind, hat er trotz geduldiger Erklärungen immer
noch nicht begriffen.

>> Nee, die Leute kapueren, daß sie das Dreifache (naja: Das Doppelte)
>> zahlen und die Gierbauern immer noch nicht den Hals vollkriegen.

> Also wenn man den Begriff mal stehen lassen wollte, dann gibt es auch
> Gierlokführer, Gierautomechaniker, Giereinzelhandelskaufleute und und
> und. Die alle braucht auch niemand.


Was war noch gleich der Unterschied zwischen Unternehmern und
Arbeitnehmern?

> Alles abschaffen und raus aus Deutschland!
> Das schreit ja schon nach einer Merkbefreiung. Wäre mal jemand so
> freundlich? Ich habe grad keine parat.


Was, der hat noch keine? Dann wird's aber wirklich Zeit.

>>> Deshalb: vernünftige Preise

>> ... also Marktpreise ...

> Richtig, Marktpreise! Wir sind doch gerade dabei, die Marktpreise zu
> ändern.


Uhuhu, bruhahaha!

> Und das auf völlig legalem Wege. Um uns dieses Recht absprechen
> zu wollen müssten erst entsprechende Gesetze geschaffen werden. Ob die
> dann aber mit dem Grundgesetz vereinbar wären???


Die Abschaffung der Milchquote ist grundgesetzkonform, ja. Und den
Bauern die Milch dann nur noch zu Marktpreisen abzukaufen, auch.

>>> und weg mit den Subventionen! =mehr Gerechtigkeit für alle.

>> Full ACK! 30-40 Cent Ladenpreis für einen Liter Vollmilch ist mehr als
>> genug.

> Bei 32 Cent Herstellungskosten?


Das sind "die" Herstellungskosten, sondern die (angeblichen)
Herstellungskosten der deutschen Gierbauern. "Die" Herstellungskosten
betragen ca. 20 Cents, dafür kann man die Milch weltweit kaufen. Der
Rest ist Wählersubvention.

> Jaja, ich weiß schon, deutsche Bauern braucht niemand...


So isses. Nur einsehen müssen sie es noch.

[Weiteres Lobbyisten-Blaschwafel gelöscht]

> PLONK


Das ist so eine Sache mit dem Plonken: Zwar kann man seinen Dummkopf
in den Sand stecken, aber es dann kriegt man halt nicht so richtig
mit, daß andere sich dadurch keineswegs den Mund verbieten lassen und
weiterhin die Wahrheit verkünden.


Gruß aus Bremen
Ralf
 #50  
31.05.2008, 17:51
Jens Himmelrath
Ralf Kusmierz schrieb:
>
> Limonade: Zucker ist teuer, CO2 auch.


Weltweiter Mangel, was?

*scnr*
Jens
 #51  
31.05.2008, 19:10
Andreas Höfeld
Nachricht von Jens Himmelrath:
> Ralf Kusmierz schrieb:
>> Limonade: Zucker ist teuer, CO2 auch.

>
> Weltweiter Mangel, was?


Bald kommt noch die CO2-Abgabe auf Mineralwasser und Limonade. Schon mal
aufgefallen, daß die Wässer mit weniger Kohlensäure oft in grünen
Flaschen oder mit grünen Etiketten verkauft werden? Soll wohl öko
suggerieren, schließlich geben die weniger CO2 in die Atmosphäre ab.
;-)
Andreas
 #52  
31.05.2008, 19:29
Mathias Fuhrmann
Ralf Kusmierz schrieb:

> Das ist so eine Sache mit dem Plonken: Zwar kann man seinen Dummkopf
> in den Sand stecken, aber es dann kriegt man halt nicht so richtig
> mit, daß andere sich dadurch keineswegs den Mund verbieten lassen und
> weiterhin die Wahrheit verkünden.


Jeder hat _seine_ Wahrheit!

Mathias
;-)
 #53  
31.05.2008, 20:10
Armin G.
Tilman Hausherr schrieb:
> On Sat, 31 May 2008 12:16:16 +0200, "Armin G." <amigo23>
> wrote:
>> Da ermittelt m.W. das Kartellamt

>

Wie lange wollen die ermitteln? Ich glaube die sind schon seit 3-4
Jahren bei den Gaskonzernen dran, trotzdem wird immer weiter auf breiter
Ebene erhöht ohne das etwas passiert.

>> Was macht man gegen die Preisabsprachen bei den Mineralölkonzernen?

>
> Falls Du Beweise hast, dass es "Preisabsprachen bei den
> Mineralölkonzernen" gibt, bitte schick schnell die Beweise an das
> Kartellamt.
>

Beweisen kann man es als privater Einzelgänger wohl kaum. Aber auch
gegen die Mineralkonzerne ist das Kartellamt schon seit Jahren tätig
ohne das etwas passiert, im Gegenteil nach jeder Preisschraube sollen
die Autofahrer vom Staat entlastet werden. Wer bezahlt eigentlich die
Kartellämter? :-)

>> Was passiert in gewisser Weise bei Arbeitskämpfen vor Tarifabschlüssen?

>
> zulässig, siehe GG
>

Zum Glück, sonst könnte das arbeitende Volk ausser arbeiten ja nichts
mehr machen.

>> Und ihr nennt es Kartellbildung was einige Bauern derzeit versuchen!

>
> ja
>

Lass ich mal so stehen.
 #54  
31.05.2008, 21:48
Konrad Wilhelm
On Sat, 31 May 2008 15:32:59 +0200, Detmar Kleensang <detmar>
wrote:

>Konrad Wilhelm schrieb:
>
>Wieviele Produktvorstufen wurden denn importiert, die dann als Export Ds
>zu dieser Summe führen?
>So viel, was rein in D hergestellt wird für den internationalen Markt
>gibt es nicht mehr, wenn man die dazugehörigen Importe mal bereinigt.
>Dann schafft mal den letzten Rest auch noch ab. Was bleibt dann noch?
>Die Deutschen als 100prozentige Dienstleister?
>Von Dienstleistung alleine kann ein Land nicht leben. Es kann nicht
>jeder für jeden anderen etwas "dienstleisten". Das käme der Erfindung
>des Perpetuum Mobiles gleich. Es muss auch irgendwas produziert werden,
>damit man sich diese Dienste leisten kann.
>

Na, ich denk mal in Liechtenstein, in Monaco, in Singapur wird die
Menge der produzierten Güter eher sehr niedrig sein, und ich hab
eigentlich den Eindruck, dass diese Länder sehr gut leben von ihren
Dienstleistungen. Vielleicht hast du das mit dem internationalen
Handel noch nicht richtig kapiert und den Unterschied zwischen
Handelsbilanz und Leistungsbilanz? Ich mein ja nur ...

k.
 #55  
31.05.2008, 21:59
Konrad Wilhelm
On Sat, 31 May 2008 17:16:53 +0200, Torsten Schneider
<schneider> wrote:

>In der Importstatistik taucht der Import der Komponenten aber meist
>nicht auf, weil die Komponenten aus ausländischen Werken des am Ende
>auch zusammenführenden Unternehmens stammen.
>In der Importstatistik tauchen dann nur Dinge auf, die von anderen
>Unternehmen im Ausland erworben wurden, aber nicht die selbst in
>ausgelagerten Produktionsstätten hergestellten Produkte von in D
>ansässigen Unternehmen.


Was bringst dich denn auf diese seltsame Idee?
Es ist doch völlig egal für die Außenhandelsstatistik, wer der
Besitzer der jeweiligen Produktionsstätte ist.

Die Handy, die aus dem Bochumer Nokiawerk ins Ausland geliefert wurden
tauchen doch in der deutschen Handelsbilanz auf und nicht in der
finnischen, und jetzt tauchen sie eben in der rumänischen auf.

k.
 #56  
31.05.2008, 22:06
Konrad Wilhelm
On Sat, 31 May 2008 17:45:48 +0200, Thomas Flaig <t.gf>
wrote:

>eine Kulturlandschaft erhalten


Das ist nichts weiter als Natur zerstören.

Da kannst du ebenso gut fordern die Kulturlandschaft der Sojaplantagen
zu erhalten, für die der Regenwald zerstört wurde.

k.
 #57  
31.05.2008, 23:10
John
Hannelore Goos wrote:
> Am Sat, 31 May 2008 12:39:26 +0200 schrieb Sven Bötcher:
>> Für die Bereiche, in denen es Mitglieder gibt, die sich engagieren.
>> Vielleicht weil es da nur Mitglieder gibt, die glauben, für den

> Beitrag könnten sie sich das Engagement "kaufen"? Eine Gewerkschaft
> ist eine Solidargemeinschaft, in der jeder a) Mitarbeit und b)
> Beitrag einbringt. Eine Gewerkschaft ist kein
> Dienstleistungsunternehmen.


MUAHAHAHAHAHAHAHA! YMMWE! ROTFL
Ernst-August
 #58  
31.05.2008, 23:28
John
Wolfgang Gerber wrote:
> Tilman Hausherr schrieb:
>> So ein Unsinn! Das ist berechtigte "Notwehr".

>
> Dich möchte ich jammern hören wenn du für quasi fast umsonst arbeiten
> müsstet weil andere neben dir die Arbeit noch billiger machen.
>
> Dem Preis-(und Lohn-)dumping muss man man entgegensteuern. Es kann
> nicht immer weitergehen mit "noch billiger" im EK. Sonst lohnt es sich
> bald für niemandem mehr in "D" irgendwas zu produzieren.


Absolute Moppelkotze! Die Bauern waren doch so 'schlau' ihre
Gewinnbringenden Genossenschaftsmolkereien an die Industrie für kleines
Geld an die Industrie zu verkaufen. Nur die dümmsten Kälber suchen sich
ihren Schlachter selber! Kein Mitleid mit solchen Dummbatzen! Sorry,
aber aus eigener Beobachtung weiss ich das die denen es wirklich
Scheisse geht nicht jammern, denen steht das Wasser bis Unterkante
Oberlippe, wenn die den Mund aufmachen ersaufen sie. Die die jammern
kriegen den Hals nicht voll! Rechnet doch mal nach. Wenn die verkündeten
Zahlen stimmen, dann verliert ein Bauer mit 75 Kühen 500 euro am Tag
durch das vernichten der Milch. Angeblich bekommen die 30 cent/Liter.
Das sind 1666 Liter also 22,2 Liter/Kuh/Tag. Ein Bauer mit 75 Kühen ist
schon als klein zu bezeichnen. So, wenn es denn stimmen würde das die
Bauern pro Liter 10 cent drauflegen, dann verliert ein solcher Bauer pro
Tag 167 Euro, das sind fast 61.000 Euro p.a.! Und diesen Dünnpfiff von
den 10 cent erzählen die schon seit Jahren! Könnt ihr mir mal erklären
welcher Idiot jahrelang einen Verlusst von 61.000 Euro pro Jahr
querfinanziert? Denkt mal nach!
mfg
Ernst-August
 #59  
31.05.2008, 23:56
Detmar Kleensang
e-a-jungblut schrieb:

> Absolute Moppelkotze! Die Bauern waren doch so 'schlau' ihre
> Gewinnbringenden Genossenschaftsmolkereien an die Industrie für kleines
> Geld an die Industrie zu verkaufen. Nur die dümmsten Kälber suchen sich
> ihren Schlachter selber! Kein Mitleid mit solchen Dummbatzen! Sorry,
> aber aus eigener Beobachtung weiss ich das die denen es wirklich
> Scheisse geht nicht jammern, denen steht das Wasser bis Unterkante
> Oberlippe, wenn die den Mund aufmachen ersaufen sie. Die die jammern
> kriegen den Hals nicht voll! Rechnet doch mal nach. Wenn die verkündeten
> Zahlen stimmen, dann verliert ein Bauer mit 75 Kühen 500 euro am Tag
> durch das vernichten der Milch. Angeblich bekommen die 30 cent/Liter.
> Das sind 1666 Liter also 22,2 Liter/Kuh/Tag. Ein Bauer mit 75 Kühen ist
> schon als klein zu bezeichnen. So, wenn es denn stimmen würde das die
> Bauern pro Liter 10 cent drauflegen, dann verliert ein solcher Bauer pro
> Tag 167 Euro, das sind fast 61.000 Euro p.a.! Und diesen Dünnpfiff von
> den 10 cent erzählen die schon seit Jahren! Könnt ihr mir mal erklären
> welcher Idiot jahrelang einen Verlusst von 61.000 Euro pro Jahr
> querfinanziert? Denkt mal nach!
> mfg
> Ernst-August


Ohne die Zahlen im Einzelnen nachgeprüft zu habe: Stimmt, passt schon.
Nun musst Du noch bedenken, das etwas Geld auch noch reinkommt, wenn man
eine Kuh dann irgendwann wenn sie keine Milch mehr gibt verkauft. Hängt
immer vom jeweiligen Marktpreis ab. Macht den Kohl aber auch nicht fett.
Und: reine Milchviehbetriebe sind üblicherweise solche größerer Art. Und
die haben etwas bessere Chancen, das sich durch die schiere Masse
einiges an Herstellungskosten einsparen lässt.
Die meisten kleineren Milchviehbetriebe sind keine, sondern
Mischbetriebe. Da wird dann noch etwas Getreide angebaut und/oder ein
paar Schweine gemästet. Normalerweise war es immer so, das ein
Betriebszweig einen anderen ausgeglichen hat, je nach dem wie der Markt
gerade stand. Nun ist der Markt durch den Preisdruck des Handels
generell und in allen Bereichen mehr oder minder im Keller. Und die
größten Chancen hat man mit dem größten Betriebszweig, der meistens noch
das liebe Vieh ist.

Detmar
 #60  
01.06.2008, 00:08
Detmar Kleensang
Thomas Flaig schrieb:

> Ich meine damit, dass ein Bauer es schwer hat sich eine andere Molkerei
> zu suchen, wenn die aktuelle ihm "zu wenig" zahlt. Mag sein dass diese
> These wirklich Stammtisch ist.


Keine These, kein Stammtisch.
Die Lieferverträge der Meiereien sehen eine Kündigungsfrist von 6
Monaten bis zu 2 Jahren vor. Jedenfalls die, die mir untergekommen sind.
Und dann muss der Bauer auch noch eine Meierei finden, die gewillt ist,
ihn aufzunehmen. Die Meiereien haben auch ihre Quoten und können nicht
beliebig viel Milch annehmen. Und unter den gewillten soll dann noch
eine sein, die möglichst absehbar und langfristig entsprechend mehr
zahlt. Das wiederum hängt ab, was die Meierei aus der Milch macht.
Milchpulver verkauft sich immer, aber billig. Käse kann nicht jede
herstellen und dann hängt es noch davon ab, ob Käse für die Theke im
Laden hergestellt wird oder Industriekäse, das also, was sich Dr. Oetker
auf die Pizzen hobelt.

Detmar

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